Happy End für den Jungen im Rollstuhl: Leano (13) trifft seine Lieblingsband
Er wollte zum Konzert seiner Lieblingsband und durfte nicht, weil das „Gruenspan“ nicht barrierefrei ist. Jetzt gibt es ein Happy End für den Jungen im Rollstuhl: Leano (13) kann nicht nur zum „HE/RO“-Auftritt in einer anderen Stadt – die Band wird sich sogar mit ihm treffen!
Leano ist überglücklich. Auch seine Mutter Tanja Grafert, die ihren seit Geburt behinderten Jungen rund um die Uhr betreut, kann es kaum fassen: „Ich habe mich riesig gefreut und finde es total klasse, dass die Band sich solche Gedanken macht!“ Da hatte sie gerade eine Mail von der Künstleragentin bekommen, die die Band „HE/RO“ betreut.
Band „HE/RO“ trifft sich mit Leano, dem Jungen, der wegen seines Rollstuhls nicht zum Konzert in Hamburg kann
„Der Band liegt es sehr am Herzen, Leano persönlich zu treffen und ihm so zu zeigen, dass es der Band wichtig ist, in direktem Austausch mit ihren Fans zu stehen“, schreibt die Agentin an die Familie in Buxtehude. Gleichzeitig schlug sie vor, sich vor dem Konzert am 10. März zu treffen, um sich auszutauschen, Autogramme zu geben und ein Foto zu machen.
Die Mail ist eine Reaktion auf den MOPO-Bericht über den verpatzten Konzertbesuch des 13-jährigen Schülers und seiner Mutter, der große Wellen geschlagen hat. Denn: Der Veranstalter hatte Tanja Grafert Rollstuhltickets verkauft, obwohl der Musikclub nicht barrierefrei ist, und sich anschließend geweigert, ihr das Geld in voller Höhe zurückzuerstatten.
Die Künstleragentur entschuldigt sich aufrichtig bei Tanja Grafert und Leano und drückt ihr tiefes Mitgefühl aus. „Zurecht benennt ihr die Ausgrenzung, die euch hier widerfahren ist, und wir danken euch, dass ihr die Kraft und den Mut aufbringt, hör- und sichtbar zu machen, was wir versäumt haben, mitzudenken“, heißt es in dem Schreiben. Außerdem verspricht die Agentur Besserung: „Wir wollen an der Stelle Verantwortung übernehmen und werden das Thema Accessibility fest in unsere Tourplanung integrieren.“
Kiez-Club „Gruenspan“ entschuldigt sich bei der Mutter für den Fehler beim Ticketverkauf
Auch das „Gruenspan“ selbst, das einen Veranstalter mit dem Ticketverkauf beauftragt hatte, hat an Tanja Grafert geschrieben, sich „von Herzen“ für den Fehler entschuldigt und ihr die volle Ticket-Erstattung zugesagt. Außerdem lud Geschäftsführer Timur Börü die Familie zu einem Gratis-Konzert ihrer Wahl ein, sobald das „Gruenspan“ seine Zwischennutzungsräume in der Lagerstraße bezogen hat, was wegen einer anstehenden Sanierung in der Großen Freiheit notwendig ist. Dort ist ein barrierefreier Zugang möglich.
„Auch mein Wunsch ist es, dass dein Sohn, wie alle anderen Musikliebhaber, bei uns eine schöne und unbeschwerte Konzerterfahrung machen kann“, schreibt Börü an Tanja Grafert.
Und auch der Verein „FC Braun-weiße-Vielfalt“, offizieller Fanclub von und für Menschen mit Behinderungen beim FC St. Pauli, sowie die Initiative „Barrierefrei feiern“, welche die Sache ins Rollen gebracht hatten, haben einiges bewegt, um Tanja Grafert zu unterstützen: Sie haben Spenden gesammelt, damit die alleinerziehende Mutter von sieben Kindern doch noch mit Leano zu einem Konzert von „HE/RO“ kann – in Dortmund, wo ein barrierefreier Zugang möglich ist.
Das könnte Sie auch interessieren: Krebs-Patientin erhebt Vorwürfe gegen das UKE: „Man sah mir beim Sterben zu“
Die Reise und Übernachtung hätte Tanja Grafert sich nicht leisten können. Nun geht ihr Traum doch noch in Erfüllung – und Leano kommt zu seinem etwas verspäteten Weihnachtsgeschenk.