Hamburgs XXL-Abriss: Dann fällt das „Skelett“ von Ottensen
Lange Zeit prägte das Hermes-Hochhaus Hamburg als eines der höchsten Gebäude der Stadt. Seit 2020 befindet sich der „Weiße Riese“ (Ottensen) nun schon im Abriss – und bald soll der 23 Stockwerke hohe Büroturm tatsächlich komplett verschwunden sein. Danach wird auf dem Gelände ein neues Wohnquartier entstehen.
Ursprünglich sollte vom Hermes-Hochhaus bereits im Herbst 2021 keine Spur mehr übrig sein. Doch der Rückbau des früheren Hauptsitzes des Versicherungskonzerns Euler Hermes an der Friedensallee gestaltete sich komplizierter als gedacht. Das Ende des insgesamt 20 Millionen Euro teuren Abrisses steht nun erst in diesem Frühjahr an, erfuhr die MOPO vom Projektentwickler Quantum.
Hamburg: Hermes-Hochhaus wird bis zum Frühjahr abgerissen
Vor dem eigentlichen Abriss mussten erst einmal auf sämtlichen 23 Stockwerken Fenster, Türen, Technik, Sanitäranlagen und alles andere ausgebaut werden. Bis auf den Beton durfte nichts mehr übrig bleiben. Das habe bis Ende 2020 gedauert, teilte Quantum mit.
Seitdem läuft der Rückbau des XXL-Bürogebäudes. Mehrere Bagger arbeiteten sich vom Dach aus Stockwerk für Stockwerk nach unten, pro Geschoss wurden rund zwei bis drei Wochen benötigt. Erst auf den unteren acht bis neun Etagen dürfen die richtig großen Bagger ran – die größten, die es gibt und die unter anderem schon beim Abbruch der City-Hochhäuser zum Einsatz kamen, hieß es von Quantum.
Das könnte Sie auch interessieren: Hochhaus-Abriss in Hamburg: Hier wird der „Weiße Riese“ gefleddert
Besonders an dem Rückbau sei, dass der Bauschutt über noch funktionierende Aufzüge nach unten befördert wird. Mit dem Material werde das dritte Untergeschoss zugeschüttet – die Neubauten bekämen höchstens zwei Kellergeschosse. Der Beton werde draußen gesammelt und geschreddert, sodass er unter anderem im Straßenbau genutzt werden könne. So ließen sich Hunderte Lkw-Fahrten sparen.
Auf der Fläche entstehen nach dem Abriss 460 Wohnungen, die Teil des neuen „Quartiers an der Friedensallee“ sind. 160 dieser Wohnungen sollen unter die öffentliche Förderung fallen. Geplant sind zudem eine Kita für 100 Kinder, ein Spielplatz, Grünflächen und ein zentraler Platz auf einer der drei Hofflächen. Der Baustart soll im Sommer erfolgen. Die Beschäftigten des ehemaligen Büro-Klotzes arbeiten in einem Neubau in der Nähe.