Hamburgs verrücktestes Fischlokal: Variable Preise – und Extra-Kohle fürs Personal

Rote Vorhänge und Sessel: Das „Pesca“ wird auch „Theatre of Fish“ genannt.
Rote Vorhänge und Sessel: Das „Pesca“ wird auch „Theatre of Fish“ genannt.

Keine Speisekarte, keine festen Preise – und die Küche gleicht einer Theaterbühne: Im Fisch-Restaurant „Pesca“ läuft alles anders als gewohnt. Auch im Umgang mit den Mitarbeitern gehen die Chefs einen ungewöhnlichen Weg. In den Niederlanden teilen sie den Gewinn mit dem kompletten Team – und wollen das auch bald in Hamburg umsetzen.

Ein Restaurant, das sich wie ein Theater inszeniert: Das „Pesca“ sorgte bei seiner Eröffnung im „Westfield“-Center für Aufsehen, denn eine Speisekarte gibt es nicht. Der Gast wählt hier seinen Fisch am Tresen (dem „Fischmarkt“) aus und stellt sich die Beilagen selbst zusammen. Er bestimmt auch die Portionsgröße und ob der Fisch gebraten oder gegrillt wird. Der wird dann in der offenen Küche – auf der so genannten Bühne – zubereitet. Die Preise variieren, je nach Nachfrage. Im Laufe des Tages werden sie gesenkt, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

„Pesca“: Fisch-Restaurant teilt Gewinn mit den Mitarbeitern

Das „Pesca“ ist ein Konzept aus den Niederlanden, es gibt Restaurants in Amsterdam und Rotterdam. Dort teilt das Unternehmen seinen Gewinn mit dem ganzen Team. Knapp 43.000 Euro wurden dieses Jahr – entsprechend der geleisteten Arbeitszeit – auf die beiden Standorte verteilt und an die Mitarbeiter („vom Spüler bis zur Küchenchefin“) ausgeschüttet.

Im „Pesca“ variieren die Preise. Im Laufe des Tages werden sie gesenkt, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
Im „Pesca“ variieren die Preise. Im Laufe des Tages werden sie gesenkt, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.

„Wir wollen zeigen, dass es in der Gastronomie auch anders geht“, sagt „Pesca“-Mitgründer Joseph De Jong. „Anstatt uns mit Fluktuation und Burnout abzufinden, setzen wir auf eine Vertrauenskultur, in der alle, die mitgestalten, auch mitprofitieren.“ Das zahle sich doppelt aus: „Unsere Restaurants sind jeden Tag ausgebucht – nicht zuletzt wegen der Energie, die unser Team mitbringt.“

Das Restaurant hat im „Westfield“-Center in der HafenCity eröffnet.
Das Restaurant hat im „Westfield“-Center in der HafenCity eröffnet.

Schon 2017 habe „Pesca“ diese Beteiligung gestartet – und will sie auch bald in Hamburg einführen. Einen genauen Termin gebe es dafür aber noch nicht: „Der genaue Zeitpunkt hängt davon ab, wann dort ein Gewinn erzielt wird“, sagt eine Sprecherin zur MOPO.

Der zubereitete Fisch oder die Meeresfrüchte werden an den Tisch gebracht.
Der zubereitete Fisch oder die Meeresfrüchte werden an den Tisch gebracht.

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„Wir schaffen einen Ort, an dem Menschen gerne arbeiten und bleiben wollen“, sagt De Jong. „Wenn wir gemeinsam wachsen, teilen wir auch gemeinsam den Erfolg.“