Alte Kanus liegen am Ufer der Alster.

Alte Kanus liegen am Ufer der Alster. Foto: CityNewsTV

800 Schrottkanus verrotten an Hamburgs Ufern – Vereine schlagen Alarm

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Wer häufiger entlang der Alster und ihrer Ausläufer spazieren geht, hat es sicherlich schon bemerkt: An den Ufern liegen immer mehr alte und verrottete Kanus. Das ist nicht nur ein optisches Problem. Zwei Umweltorganisationen haben sich nun an die Politik gewandt.

An den Ufern der Alster liegen mehr als 800 wild gelagerte Kajaks, Kanus und SUPs, die verwittern und vergammeln. Und das schon seit Jahren. Die Folge: Böschungsbereiche werden zerstört, Nist- und Ruheplätze für Wasservögel verschwinden. Nun fordert das Kooperationsprojekt „Lebendige Alster“ von BUND und Nabu die Hamburger Politik zum Handeln auf. Schwanenvater Olaf Nieß hatte bereits im August in der MOPO vor dem Umweltrisiko gewarnt: „Das werden immer mehr.“

An der Alster vergammeln Kanus: Gefahr für Grün und Vögel

Die Schrottkanus zerstören nicht nur die schöne Sicht, sondern stellen auch eine Gefahr für die Tierwelt dar. Schließlich ist das Alsterufer Lebens- und Brutraum für verschiedene Vogelarten. „Diese Boote sind nicht nur Müll am Ufer. Sie bedrohen aktiv Brutplätze, zerstören Vegetation und setzen Schadstoffe frei“, heißt es vom Projekt „Lebendige Alster“.


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Wenn die Kanus am Hamburger Ufer vor sich hingammeln, entstehen Müll und Mikroplastik – das löst eine Vielzahl an Problemen aus. Tiere können sich an den Plastikstücken verletzen oder diese verschlucken. Dazu kommt, „dass viele der Boote aus Kunststoffen bestehen, die nicht verrotten, sondern über Jahre in Mikroplastik zerfallen. Dabei gelangen Weichmacher, Harze oder Lösungsmittel in Boden und Wasser“, schreibt das Umwelt-Projekt.

Verantwortung liegt bei der Politik

BUND und Nabu sehen die Verantwortung bei der Hamburger Politik. Sie kritisieren, dass Bezirke und Umweltbehörden das Problem schon länger kennen, aber trotzdem keine konsequenten Strategien zum Schutz des Alsterufers durchsetzen. Heißt: Bislang gab es keine Entsorgung der Boote und neue, illegale Ablageplätze wurden auch nicht verhindert.

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Konkret fordern BUND und Nabu ein dauerhaft finanziertes, überbezirkliches Entsorgungskonzept, klare Regeln für Lagerplätze mit bezahlbaren Alternativen für private Bootshalter sowie mehr Aufklärung und Kontrollen entlang der Uferzonen. (tb)

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