Hamburgs Polizei überwacht Autofahrer und Radler jetzt mit Kameradrohnen
Sie sind klein, leise und machen ziemlich genaue Aufnahmen: Wie praktisch Drohnen sind, das hat auch die Hamburger Polizei längst erkannt. Nun wird in der Hansestadt das ausprobiert, was in einem anderen Bundesland bereits gängige Praxis ist: Drohnen werden zur Überführung von Rotsündern im Straßenverkehr eingesetzt. Die Polizei schwärmt von der neuen Technik. Denn diese ist überraschend effektiv.
Die Drohnen wurden erstmals am 15. Januar im Hamburger Stadtgebiet getestet. Insgesamt 1011 Fahrzeuge und 1060 Personen wurden hier im Rahmen einer großen Verkehrskontrolle überprüft – mit den Drohnen wurden Rotsünder aufgespürt und ihre Kennzeichen festgehalten. Dabei waren insgesamt 270 Rotlichtverstöße von Autofahrern, 100 von Fahrradfahrern und einer von einem Fußgänger erfasst worden. Wie viele davon durch die neue Drohnentechnik und wie viele durch andere Verfahren festgestellt wurden, kann die Polizei nicht sagen.
Die kleinen surrenden Dinger können nun also überall im Stadtgebiet über Kreuzungen schweben und auf Verstöße warten. „Mit der inzwischen sehr guten Bildtechnik können Kraftfahrzeuge mit den Kennzeichen und den Überfahrzeiten, also auch, ob ein Verstoß unter oder über einer Sekunde vorliegt, in entsprechender Qualität aufgezeichnet und anschließend damit Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet werden“, so ein Polizeisprecher aus MOPO-Anfrage. In Brandenburg sind drei solcher Drohnen bereits seit 2021 im Einsatz.
Polizei denkt über weitere Einsatzgebiete für Drohnen nach
Bisher nutzt die Polizei in Hamburg Drohnen vor allem zur Foto- und Videodokumentation von größeren Unfallstellen mit Personen- oder Sachschäden. Außerdem setze man sie „bei der Überwachung von Abstands- und Überholverstößen, vorwiegend im Bereich des Lkw-Verkehrs auf Autobahnen, ein“, heißt es weiter. Und es wird nach weiteren Einsatzgebieten geschaut: „Weitere Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Verkehrsüberwachung sind denkbar und werden derzeit geprüft.“
Welche Drohnen sie genau einsetzen, wollen die Beamten übrigens nicht preisgeben: „Die Nennung des Typs ließe Rückschlüsse auf deren technische Ausstattungen und Einsatzmöglichkeiten zu, sodass ich keine weiteren Angaben dazu machen kann“, so der Sprecher.
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Laut Angaben der Polizei ist die Missachtung von roten Ampeln weiterhin eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Und der Druck und der Bedarf nach mehr Sicherheit im Straßenverkehr steigen: Immerhin sind im vergangenen Jahr 39 Menschen im Hamburger Straßenverkehr ums Leben gekommen, darunter zwei Kinder. Ein Anstieg um fast 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2023, als 28 Menschen tödlich verunglückten, so Polizeipräsident Falk Schnabel bei der Vorstellung der Verkehrssicherheitsbilanz für 2024. Deshalb soll die Zahl der stationären Blitzer in diesem Jahr um einen auf 48 erhöht werden, und es soll mehr mobile Überwachung geben – auch mit Drohnen.