Hamburgs Phantom: Dieser Investor will die Benko-Ruine hübsch machen

Harm Müller-Spreer will die Benko-Ruin am Rödingsmarkt sanieren.
Harm Müller-Spreer will die Benko-Ruin am Rödingsmarkt sanieren.

Er ist so etwas wie das Phantom unter den Hamburger Immobilien-Investoren. Ihm gehören diverse wertvolle Grundstücke in der Hansestadt, auch in Top-Lagen wie der HafenCity, den Alsterarkaden oder dem Neuen Wall. Die Rede ist von Harm Müller-Spreer. Doch öffentlich auftreten, sich gar äußern, das mag der 61-Jährige gar nicht. Für die MOPO machte er nun eine kleine Ausnahme und sprach darüber, wie er das „Flüggerhaus“ am Rödingsmarkt denkmalgerecht sanieren will. Der Hamburger Unternehmer hatte das laut Insidern 25 Millionen Euro teure Objekt aus der Insolvenzmasse von René Benkos Firma Signa erworben.

„Es ist so schön zu gewinnen.“ Diese Aussage von Harm Müller-Spreer hatte der Weltklasse-Segler zwar einmal nach einem gewonnenen Rennen gemacht, doch sie trifft auch auf die Geschäfte des ungewöhnlichen Mannes zu. In einem harten Wettbewerb konnte sich Müller-Spreer durchsetzen und das Flüggerhaus erwerben.

René Benko hatte das von ihm „Flüggerhöfe“ getaufte Gebäude-Ensemble 2019 mit einem Bankkredit für 23 Millionen Euro erworben. Der Insolvenzverwalter hatte nun als Mindestpreis 20 Millionen Euro festgesetzt. Und was hat Harm Müller-Spreer bezahlt? „Zum Preis werden Sie von mir gar nichts hören“, sagt er barsch. Die Immobilienzeitung „IZ“ spricht von einem Kaufpreis „deutlich“ über 20 Millionen Euro.

Harm Müller-Spreer will „Flüggerhaus“ in Hamburg sanieren

Gesprächiger wird Müller-Spreer, als es um seine Pläne für das denkmalgeschützte Bauwerk geht. Im Herbst 2023 hatten alle Gewerke die Baustelle verlassen, ohne diese für den Winter zu sichern.

Der 1962 geborene Harm Müller-Spreer auf einem Foto von 2008. Neuere Aufnahmen von ihm gibt es kaum.
Der 1962 geborene Harm Müller-Spreer auf einem Foto von 2008. Neuere Aufnahmen von ihm gibt es kaum.

Müller-Spreer: „Es sind daraufhin leider Schäden durch eindringende Feuchtigkeit entstanden und nun müssen wir das Objekt aktuell winterfest machen und neue Handwerker finden.“ Der Investor hofft auf eine Fertigstellung im Jahr 2026. Er will grundsätzlich die Planung von Signa übernehmen. Demnach sollen auf einer Fläche von rund 8500 Quadratmetern vor allem Büros, aber auch Einzelhandel und 19 Mietwohnungen entstehen.

Müller-Spreer hat als Segelmacher auf Sylt angefangen

Müller-Spreer hat den Bau für sein „Family Office“ erworben und will ihn langfristig halten. Im Gegensatz zu anderen Immobilien-Investoren scheint es Müller-Spreer auch in der aktuellen Krise nicht an Kapital zu mangeln.

Begonnen hat der Investor einmal ganz klein, und zwar als Segelmacher auf Sylt. Er baute Segel für Surfer und verdiente als junger Mann damit wohl gutes Geld. Mit kaum 20 erwarb Müller-Spreer nach eigenen Angaben seine erste Immobilie in West-Berlin. Nach der Wende 1989 kaufte der Hamburger dann weitere Berliner Immobilien, die damals noch lächerlich preiswert waren.

Investor hat in Berlin Immobilien für 100 Millionen

Heute zählen in der Hauptstadt Immobilien im Wert von weit mehr als 100 Millionen Euro zu seinem Bestand. Darunter befinden sich historische Bauten an Friedrichstraße, Unter den Linden oder das „Spreedreieck“. Da passt das denkmalgeschützte Flüggerhaus gut ins Portfolio.

Der Prachtbau mit einer Fassade aus sächsischem Porphyr wurde 1908 errichtet. Bauherr war Eduard Friedrich Flügger. Der Inhaber einer Firma für Farben, Lacke und Pinsel verewigte sich mit einer Libelle, dem Firmensymbol, an der Fassade. In den 1920er Jahren kam es zu Anbauten des Kontorhauses.

Hamburger „Flüggerhaus“ hat ältesten Paternoster der Welt

1943 trafen zwei Bomben das Hinterhaus und beschädigten es schwer. Doch der bereits 1908 installierte Paternoster blieb heil. Er ist vermutlich der älteste Umlaufaufzug der Welt. Wenn Harm Müller-Spreer 2026 die von Benko begonnene Sanierung vollendet, verfügt er über einen ganz hübschen Immobilienbestand in Hamburgs Zentrum.

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Auch in der HafenCity ist der Unternehmer aktiv. Am Lohsepark 8 errichtete er einen Neubau und daneben ein Dokumentationszentrum zur Geschichte des ehemaligen Hannoverschen Bahnhofs. Auf rund 1000 Quadratmetern soll hier an mindestens 8000 vom Bahnhof aus deportierte Juden, Roma und Sinti erinnert werden.

Müller-Spreer schenkt das Gebäude der Stadt. Als die Pläne im Frühjahr 2023 präsentiert wurden, wagte sich Müller-Spreer sogar einmal kurz in die Öffentlichkeit, hielt sich bei dem Termin dann aber doch diskret im Hintergrund. Mal schauen, ob er zur Eröffnung des Flüggerhauses in zwei Jahren kommt …

Er ist so etwas wie das Phantom unter den Hamburger Immobilien-Investoren. Ihm gehören diverse wertvolle Grundstücke in der Hansestadt, auch in Top-Lagen wie der HafenCity, den Alsterarkaden oder dem Neuen Wall. Die Rede ist von Harm Müller-Spreer. Doch öffentlich auftreten, sich gar äußern, das mag der 61-Jährige gar nicht. Für die MOPO machte er nun eine kleine Ausnahme und sprach darüber, wie er das „Flüggerhaus“ am Rödingsmarkt denkmalgerecht sanieren will. Der Hamburger Unternehmer hatte das laut Insidern 25 Millionen Euro teure Objekt aus der Insolvenzmasse von René Benkos Firma Signa erworben.