Hamburg
Hamburgs Klima-Vorzeigeprojekt: Kosten explodieren – Fertigstellung deutlich später
Aus dem Prestigeprojekt wird ein teurer Dauerbau: Das geplante Energie-Plus-Haus in der HafenCity kostet deutlich mehr als geplant und wird erst Jahre später fertig.
Das als ökologisches Vorzeigeprojekt geplante Energie-Plus-Haus in der Hamburger HafenCity wird deutlich teurer als ursprünglich vorgesehen. Nach neuen Senatsangaben steigen die Baukosten von zunächst veranschlagten 39 Millionen Euro auf nun 64 Millionen Euro – ein Plus von rund 25 Millionen Euro beziehungsweise 64 Prozent.
Auch der Zeitplan gerät weiter ins Rutschen. Ursprünglich sollte das Gebäude bereits 2024 fertiggestellt werden. Nun rechnet der Senat erst 2027 mit der Eröffnung des Bürogebäudes.
Energie-Plus-Haus entsteht am Westfield-Überseequartier
Das Energie-Plus-Haus entsteht am Westfield-Überseequartier und soll mehr Strom erzeugen, als es selbst verbraucht. Geplant sind unter anderem eine begrünte Fassade und eine klimafreundliche Energieversorgung mit Tiefenwärme. Das Gebäude soll als Vorbild für nachhaltiges Bauen in der HafenCity dienen.
Für die Verzögerungen gibt es mehrere Gründe. So mussten die Rammarbeiten wegen Lärmbeschwerden zeitweise unterbrochen werden. Zudem musste die ursprünglich vorgesehene sibirische Lärche nach dem russischen Angriff auf die Ukraine durch dänisches Holz ersetzt werden. Auch technische Probleme trugen zu den Mehrkosten bei.
Kritik kommt aus der Opposition. Der CDU-Haushaltspolitiker Thilo Kleibauer bezeichnete das Projekt als „fragwürdiges, teures Prestigeprojekt“ und warf dem Senat vor, mit dem Bau überfordert zu sein. Hinzu kommt: Nach Angaben des Senats wird die HafenCity GmbH künftig weniger als die Hälfte der Büroflächen selbst nutzen. Für den restlichen Teil sollen nun weitere Mieter gesucht werden. (rei)
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