Hamburgs erster Linien-Doppeldecker begeistert – aber es gibt schlechte Nachrichten
Es war eine absolute Neuheit für Hamburgs Fahrgäste: Ende Oktober fuhr zwei Wochen lang ein imposanter Doppeldecker-Bus im regulären Linienbetrieb, bis dahin waren diese Fahrzeuge nur den Touristen vorbehalten. Doch dann verschwand der vier Meter hohe Bus wieder. Jetzt gibt es die ersten Auswertungen zu dem Testlauf – mit guten und schlechten Nachrichten.
92 Prozent der knapp 1100 befragten Fahrgäste sprachen sich für einen dauerhaften Einsatz des doppelstöckigen Busses aus. Das teilten die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) am Montag mit. Vor allem die erhöhte Aussicht und die vielen Sitzplätze seien laut dem Unternehmen gut angekommen. In den Doppeldecker passen zwar etwa gleich viele Fahrgäste rein, wie in einen normalen Gelenkbus – dafür gibt es dort aber 80 statt nur 55 Sitzplätze.
Hamburgs Doppeldecker war zwei Wochen im Testbetrieb
Vom 29. Oktober bis zum 12. November wurde der gelbe, zweistöckige Bus auf der Linie X80 zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Bergedorf als Verstärker eingesetzt. Für den Testbetrieb hatten sich die VHH einen gelben Doppeldecker der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ausgeliehen. In der Hauptstadt gehören die Doppeldecker bereits seit 100 Jahren zum Stadtbild.

„Wir freuen uns sehr über das positive Feedback unserer Fahrgäste“, sagt VHH-Chef Lorenz Kasch. „Es bestätigt unseren Eindruck: Doppeldecker sind ein neues Produkt für Hamburg, das potenziell den ÖPNV noch attraktiver macht und gleichzeitig Infrastruktur entlasten kann.“
Wie geht es jetzt weiter für Hamburgs Doppeldecker?
Das bedeutet allerdings (leider) nicht, dass ab sofort überall Doppeldecker in Hamburg herumfahren. Zunächst wird eine unternehmensinterne Projektgruppe ermitteln, auf welchen Linien und in welchen Gebieten die Fahrzeuge sonst noch zum Einsatz kommen können. Denn in der Hansestadt sind die großen Busse zu schwer für einige Brücken und zu hoch für viele der Unterführungen.
Zudem sei eine kurzfristige Beschaffung von E-Doppeldeckerbussen nicht realistisch, erklärt das Unternehmen. Grund dafür seien mehrjährige Lieferzeiten und die derzeit unklare Lage auf Bundesebene bezüglich der Förderung für E-Busse. Diese lief im Sommer 2025 aus. Alleine können die Verkehrsunternehmen die Kosten allerdings nicht stemmen, da elektrische Busse immer noch zweieinhalb bis dreimal so teuer sind wie Fahrzeuge mit Dieselmotoren. Einen genauen Zeithorizont für Hamburgs Doppeldecker-Busse gibt es also derzeit nicht.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.