Ärztin mit Patient

Eine Ärztin im Gespräch mit ihrem Patienten. Foto: imago/Westend61

Hamburgs Ärzte schlagen Alarm: Eine Million Termine fallen weg!

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Aufnahmestopp für neue Patienten, deutlich weniger Termine und somit längere Wartezeiten: Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg warnt vor „drastischen Einschnitten in der ambulanten Versorgung“ durch die geplante Gesundheitsreform.

„Werden die Maßnahmen umgesetzt“, sagt John Afful, Vorstandsvorsitzender der KV Hamburg, „wird es zu einer deutlichen Angebotsverknappung für die Patientinnen und Patienten in Hamburg kommen“. Das Gesetz, das massive Honorareinschnitte in den Praxen vorsieht, werde bewirken, dass die Anzahl der angebotenen Termine substanziell reduziert wird. „Patient:innen müssen sich also auf deutlich längere Wartezeiten und Aufnahmestopps einstellen.“

KV Hamburg: Politik verspricht unbegrenzte Leistung, aber kürzt Vergütung

Nach ersten Hochrechnungen der KV müssten einzelne Ärzte-Fachgruppen auf bis zu 30 Prozent ihres Honorars verzichten. „Das erzwingt förmlich, dass Praxen ihr Leistungsangebot den reduzierten Mitteln anpassen.“ Das hieße demnach, dass in Hamburg mehr als eine Million Termine pro Jahr wegfallen würden, rechnet Afful vor.

Das soll die Bundesregierung „ehrlich“ kommunizieren. Doch tatsächlich verspreche die Politik den Menschen weiterhin einen unbegrenzten Leistungsanspruch, während sie gleichzeitig die Vergütung – und damit automatisch die Leistungen – kürze.

Mit ihren Plänen zur Reform der Krankenkassen will Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) von Milliardenausgaben entlasten und neue Beitragserhöhungen abwenden.

Gesundheitsreform: Gesetzentwurf soll nächste Woche ins Kabinett

Begleitet vom Drängen der Lobbyverbände wie der KV, muss sie vor allem schnell eine gemeinsame Linie in der Regierung finden. Schon am Mittwoch kommender Woche soll ihr Gesetzentwurf ins Kabinett.

Die Koalitionspartner SPD und CSU meldeten größeren Änderungsbedarf am 157-Seiten-Entwurf an, den Warken vorlegte. Sie will die Kassen damit 2027 um 19,6 Milliarden Euro entlasten. Dies wäre mehr als die erwartete Lücke von 15,3 Milliarden Euro und soll noch höhere Zusatzbeiträge verhindern.

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Kassenärzte und Kliniken warnen vor schlechterer Versorgung mit längeren Wartezeiten – während die Kassen warnen, Belastungen jetzt nicht weiter hin zu den Versicherten zu verschieben. Die Ministerin wirbt für ihr „ausgewogenes Gesamtpaket“, signalisierte aber Gesprächsbereitschaft. (dpa/mp)

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