Hamburgs ältester Kita droht das Aus: Eltern kämpfen gegen die Schließung

Traurige Gesichter: Eltern von Kindern, die die Kita Kohlhöfen besuchen, sind sauer über die Schließung.
Traurige Gesichter: Eltern von Kindern, die die Kita besuchen, sind sauer über die Schließung.

Für viele Kinder ist sie ihr zweites Zuhause: Die im Jahr 1852 gegründete Kita in der Neustadt ist Hamburgs älteste Kinderbetreuungseinrichtung. Jetzt droht ihr das Aus. Am Mittwoch wollen die Eltern auf die Straße gehen, um gegen die Schließung zu kämpfen.

Die Nachricht traf die Eltern aus heiterem Himmel: „Wir haben vor ein paar Tagen eine E-Mail bekommen, in der uns mitgeteilt wurde, dass die Kita geschlossen wird“, berichtet Lava Bilici vom Elternbeirat, die selbst zwei Kinder in der Kita hat und deren Ehemann die Einrichtung in seiner Kindheit ebenfalls besuchte.

Kita Kohlhöfen in der Neustadt soll geschlossen werden

In der Mail des Trägers Elbkinder wird Bilici und den anderen Eltern mitgeteilt, dass die Kita zum 31. August 2027 geschlossen wird. Als Grund werden die immensen Kosten für eine notwendige Sanierung angegeben – 5,4 Millionen Euro. Außerdem sei die Kita mit aktuell 123 betreuten Kindern nicht ausgelastet (50 Plätze unter dem Soll). „Da die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen im Bezirk Hamburg-Mitte und insbesondere in der Neustadt spürbar zurückgegangen ist und nicht wieder steigen soll, ist ein so großer Kita-Standort leider nicht mehr ausreichend zukunftsfähig“, so der Wortlaut des Elbkinder-Schreibens. Gleichzeitig wird betont, dass es sich für den Träger um einen „schmerzhaften Schritt“ handelt.

Die älteste Kita Hamburgs befindet sich heute in diesem Gebäude in der Straße Kohlhöfen 22 (Neustadt)
Die älteste Kita Hamburgs befindet sich heute in diesem Gebäude in der Straße Kohlhöfen 22 (Neustadt)

„Das kam alles sehr plötzlich und unvorbereitet“, sagt Lava Bilici. Andere Eltern beklagen: „Die Kita liegt nicht weit von unserer Wohnung entfernt und direkt auf unserem Arbeitsweg. Der Wechsel in eine andere Kita bedeutet, dass die Kinder noch früher in die Betreuung müssten oder wir unsere Jobs ggf. gar nicht mehr ausüben können, wenn wir keine andere passende Kita finden.“

Demo am Mittwoch: Eltern protestieren gegen geplante Schließung

Eine erste Kontaktaufnahme mit anderen Kitas in der nähreren Umgebung habe bereits ergeben, dass es lange Wartelisten gibt. Es sei unwahrscheinlich, dass alle Kohlhöfen-Kinder in der Nähe untergebracht werden könnten. Hinzu kämen die Belastungen, die eine erneute Eingewöhnung sowohl für die Kinder als auch für die Eltern bedeute. „Eine erneute Eingewöhnung bedeutet Stress, kostet Kraft, Nerven, Zeit und nicht zuletzt auch Geld“, schimpfen die Eltern.

Deshalb wollen sie gegen die Entscheidung kämpfen. In Windeseile wurde eine Demo organisiert, die am Mittwoch ab 15 Uhr von der Kita in den Kohlhöfen 22 über die Markusstraße, den Großneumarkt, die Wex- und Brüderstraße zum Spielplatz „Kohli“ ziehen soll.

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„Eine Kita ist mehr als ein Kostenfaktor. Sie ist ein Schutzraum, ein Lernort und ein Stück Alltagssicherheit für Kinder und Familien“, stellt eine Mutter fest. Auch kritisieren die Eltern, dass es speziell bei dieser Kita „um einen Ort mit Geschichte, Qualität und starken sozialen Bindungen“ geht. Die traditionsreiche Kita sei seit Generationen ein wichtiger Bestandteil der sozialen Infrastruktur in der Innenstadt. Das solle bei der Entscheidung berücksichtigt werden, sagen die Eltern, und fordern den Träger auf, die Sache noch einmal zu überdenken.