Hamburger Traditionslokal mit Medaille geehrt: „Ort der Lebensfreude“
Es ist das älteste italienische Restaurant Hamburgs: Seit 120 Jahren gibt es das „Cuneo“ auf St. Pauli – und es ist seit dem ersten Tag in Familienhand. Jetzt wurden die Cuneos mit der „Walter-Scheel-Medaille“ ausgezeichnet.
Traditionelle italienische Gerichte und Gastgeber mit Herz: Das macht das „Cuneo“ in der Davidstraße 11 (St. Pauli) aus. Am 2. Mai vor 120 Jahren wurde das Lokal gegründet. Mehr als ein halbes Jahrhundert stand Franco Cuneo hinterm Tresen – übergab die Führung vor ein paar Jahren an seine Tochter Franca. Nun bekamen die beiden die „Walter-Scheel-Medaille“ verliehen.
Das Lokal „Cuneo“ in Hamburg bekommt die „Walter-Scheel-Medaille“
Der Preis wird seit 2014 vergeben und ehrt Menschen, die sich um den „Erhalt und die Förderung der kulinarischen Kultur Europas verdient gemacht haben“.
Das „Cuneo“ sei eine „außergewöhnlich traditionsreiche gastronomische Institution“ und unterstreiche das „gesellschaftliche Potenzial von Migration und kulturellem Austausch“, heißt es. Das Lokal sei bis heute ein „lebendiger Ort der Begegnung und Lebensfreude“.

Und das Datum der Vergabe ist kein Zufall: Am 20. Dezember 1955, vor 70 Jahren, wurde das deutsch-italienische Anwerbeabkommen unterzeichnet. „Mit den ersten Pizzerien und Eisdielen begann in den 50er-Jahren die kulinarische Öffnung Deutschlands zur Welt.“

„Über 120 Jahre hinweg ist es der Familie Cuneo gelungen, eine kulturelle Identität zu wahren, die von der Kraft des Einfachen, der Authentizität und der Offenheit lebt – italienische Gastronomie ohne Folklore und Verfremdung“, sagt Dr. Christoph Wirtz, Vorsitzender des Trägerkreises der Walter-Scheel-Medaille.
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Mit dem Preis wurden auch schon Spitzenköche wie Alain Ducasse oder Eckart Witzigmann geehrt. Warum er nach dem vierten Bundespräsidenten benannt ist? Walter Scheel habe dem Kulinarischen einen hohen Stellenwert eingeräumt. „So manche Verhandlungen zwischen Staaten kamen bei einem guten Essen zum Durchbruch, so manches Bündnis wurde mit einem gemeinsamen Mahl besiegelt“, wird er zitiert. „Den Tisch mit dem Gast, dem Freund oder Fremden zu teilen, ist sichtbares Zeichen für Freundschaft.“ (sir)
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