Hamburger sparen Hunderte Millionen Euro durch das Deutschlandticket

HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt und Verkehrssenator Anjes Tjarks präsentierten neue Zahlen rund ums Deutschlandticket.
HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt und Verkehrssenator Anjes Tjarks präsentierten neue Zahlen rund ums Deutschlandticket.

Mehr als eine Million Menschen besitzen im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ein Deutschlandticket, mit dem sie nicht nur in Hamburg und Umland, sondern auch im Nah- und Regionalverkehr von ganz Deutschland unterwegs sein können. Neue Zahlen zeigen jetzt: Mit diesem Ticket haben sie massig Geld gespart. HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt kündigt zudem noch eine Ticket-Revolution an.

Circa 1,26 Millionen Abonnenten gibt es derzeit im HVV, verkündete Korbutt am Mittwoch. Davon besäßen 1,23 Millionen ein Deutschlandticket. Rechne man die Menschen aus dem Umland heraus, besäßen knapp die Hälfte der Hamburger diesen Fahrschein. „Das ist eine unglaublich starke Quote und übrigens auch die höchste im Bundesvergleich“, so die HVV-Chefin.

Hamburg: So viel Geld haben HVV-Nutzer eingespart

Das Verkehrsunternehmen hat daraufhin eine Erhebung durchgeführt, wie viel die HVV-Nutzer mithilfe des Deutschlandtickets im Jahr 2024 im Vergleich zu 2022 weniger zahlen mussten. Dabei kam heraus: 215 Millionen Euro konnten so aufgrund der Senkung des Ticketpreises gespart werden. „Schließlich hat eine HVV-Monatskarte einmal 118 Euro gekostet, beziehungsweise im Abo 96 Euro“, sagt Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne).

Weitere 63 Millionen hätten bestimmte Zielgruppen aufgrund von Zuschüssen eingespart, wie zum Beispiel Auszubildende, Menschen im Leistungsbezug oder Schüler. Die können seit dem 1. September komplett umsonst im HVV fahren.

Deutschlandticket wird ab 2025 um neun Euro teurer

Das Deutschlandticket wird derzeit zur Hälfte von den einzelnen Ländern und dem Bund finanziert, das heißt für die günstigeren Tickets zahlen am Ende alle Steuerzahler. Im Jahr 2025 wird der Ticketpreis von 49 auf 58 Euro steigen – und ob es das Ticket im Jahr 2026 überhaupt geben wird, steht noch in den Sternen.

„Ja, es wird einige Menschen geben, für die sich das Ticket mit 58 Euro nicht mehr lohnt“, sagt Korbutt. „Aber ob die Erhöhung tatsächlich einen großen Einfluss auf die Abo-Zahlen haben wird, müssen wir erst einmal abwarten.“ Für das nächste Jahr erwartet der Verkehrsverbund erstmals wieder Einnahmen, die über denen im Jahr 2019 liegen. Ab der Corona-Krise 2020 waren die Einnahmen dramatisch eingebrochen und mussten von Hamburg aufgefangen werden: Konnte der HVV im Jahr 2019 noch 890 Millionen Euro einnehmen, waren es 2022 nur noch 621 Millionen Euro. Für 2025 erwartet der Verbund 938 Millionen Euro.

HVV plant weitere Vereinfachungen bei Tickets

Währenddessen plant Korbutt eine weitere Vereinfachung im Tarifsystem: „Die Einzel- und Tageskarten sind immer noch ein undurchsichtiger Dschungel“, sagt sie. Aktuell gibt es noch 70 verschiedene Varianten, Korbutt hätte gerne nur noch drei – und das nicht nur für Hamburg, sondern auch verbundübergreifend für „NAH SH“ in Schleswig-Holstein. „Da sind wir dran“, kündigte sie an. Sie hofft, dass diese ab dem Jahr 2026 genutzt werden können.

Mehr als eine Million Menschen besitzen im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) ein Deutschlandticket, mit dem sie nicht nur in Hamburg und Umland, sondern auch im Nah- und Regionalverkehr von ganz Deutschland unterwegs sein können. Neue Zahlen zeigen jetzt: Mit diesem Ticket haben sie massig Geld gespart. HVV-Chefin Anna-Theresa Korbutt kündigt zudem noch eine Ticket-Revolution an.