Hamburger Schule mit Knallhart-Ansage gegen Elterntaxis

Grundschule
So soll der Eingangsbereich der neuen Grundschule einmal aussehen.

Radikale Maßnahme gegen Elterntaxis: Viele Hamburger Mütter und Väter bringen ihre Kinder täglich mit dem Auto direkt vor die Schule – doch das behindert nicht nur den Verkehr, sondern kann auch andere Schüler gefährden. An einer neu geplanten Grundschule in Bergedorf soll dies künftig nicht mehr möglich sein. Die Stadt plant hier mit drastischen Maßnahmen eine „autoarme Schule“ – die MOPO zeigt, was das im Alltag für Eltern und Kinder bedeutet.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad, aber bloß nicht mit dem Auto – so sollen Eltern ihre Kinder in Zukunft zur neu geplanten Grundschule „Am Schilfufer“ bringen. Nur sechs Parkplätze wird es an der Schule geben, die nach Angaben des Bezirks für „unvermeidliche Zwecke“ wie Notfälle oder Menschen mit Behinderungen vorgesehen sind. Eltern werden beim Anmelden der Kinder bereits auf diese Regelung hingewiesen.

Die Grundschule wird größtenteils als Holzbau errichtet und soll rund 250 Schüler sowie etwa zwölf Lehrkräfte aufnehmen. Sie entsteht bis zum Sommer 2028 auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Opel Dello. Geplant sind neben den Unterrichtsräumen vier Fachräume, Verwaltungs- und Lehrerbereiche, Gemeinschaftsflächen, eine Mensa und eine Einfeld-Sporthalle.

Elterntaxis: Grundschule in Bergedorf will sie verhindern

„Die Anfahrt für Elterntaxis ist mangels Haltemöglichkeiten nicht nur unattraktiv, sondern soll im erforderlichen Fall durch bauliche Maßnahmen (zum Beispiel eine Schranke) verhindert werden“, sagt eine Sprecherin des Bezirks. Statt vieler Parkplätze soll es Stellplätze für Fahrräder und Roller geben. Wie viele genau, ist bislang noch in der Planung. „Das Bezirksamt verfolgt das Ziel, dass diese Stellplätze überdacht und begrünt werden; auch wird geprüft, ob sie mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden können“, so die Sprecherin weiter.

Die Lage der Schule biete einen „besonderen Standortvorteil für einen attraktiven Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sodass nicht Verbote, sondern Angebote im Vordergrund stehen“. Sichere Wege von und zur Schule sollen damit auch ohne Begleitung der Eltern möglich sein.

Der Schuleingang wird an die im Süden geplanten Fuß- und Radwege angebunden, die zum Schleusengrabenweg führen. Diese Passage befindet sich derzeit im Bau und soll künftig das Bergedorfer Zentrum mit den umliegenden Neubaugebieten verbinden.

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Die Polizei appelliert regelmäßig an Eltern, ihre Kinder nicht direkt vor die Schule zu fahren, sondern sie auf einen selbstständigen Schulweg vorzubereiten. Der Bring- und Abholverkehr gefährde sonst die Kinder, die zu Fuß unterwegs sind.