Von der Schilleroper ist nur noch ein Metallskelett übrig geblieben.

Von der Schilleroper ist nur noch ein Metallskelett übrig geblieben. Foto: Patrick Sun

Schilleroper: Eigentümerin muss Stahlgerüst sichern

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Von der einstigen Schilleroper auf St. Pauli ist inzwischen nur noch ein Metallskelett übrig. Zuletzt haben sich die Stadt und die Eigentümerin des Grundstücks vor Gericht darum gestritten, ob die Oper erhalten bleiben muss. Während die Eigentümerin dort Wohnungen bauen wollte, hat sich die Stadt für den Erhalt der denkmalgeschützten Rotunde ausgesprochen. Jetzt ist klar: Die Eigentümerin muss die Schilleroper sichern.

Lange ließ die Eigentümerin, Schilleroper Projekt GmbH, das Denkmal verfallen – für die Zukunft hatte sie bereits Wohnungen auf dem Grundstück angekündigt. Deshalb hatte die Stadt im vergangenen Jahr ein sogenanntes „Sicherungsverfahren“ eingeleitet. Heißt: Die Stadt sichert das Stahlskelett auf Kosten der Eigentümerin, wenn die sich nicht kümmert. Dafür bekam die Schilleroper Projekt GmbH neun Monate Zeit, bis zum Juni 2025.

Schilleroper: Linke fordert Enteignung

Die Eigentümerin unternahm jedoch nichts, stattdessen legte sie Widerspruch gegen die vom Denkmalschutz veranlasste Sicherungsverfügung beim Verwaltungsgericht ein. Jetzt soll das Gericht nach Informationen von NDR 90,3 entschieden haben, dass die Eigentümerin das Gerüst sichern und erhalten muss.


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Gegen den Bescheid kann die Eigentümerin im Anschluss Beschwerde einlegen und vor das Oberverwaltungsgericht ziehen. Auf MOPO-Anfrage sagte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts, er könne sich zu dem Fall noch nicht äußern, bis eine Entscheidung bei den Betroffenen eingegangen ist.

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Die Linke kritisiert seit Jahren, dass die Stadt sich von der Eigentümerin hinhalten lasse. Der denkmalpolitische Sprecher Marco Hosemann kündigte an: „Statt noch mehr Zeit verstreichen zu lassen, muss der Senat jetzt § 19 Nummer 1 des Hamburgischen Denkmalschutzgesetzes zur Anwendung bringen: ,Enteignungen im Rahmen dieses Gesetzes sind zulässig zur Erhaltung eines gefährdeten Denkmals.‘ Dazu werden wir den Senat mit einem Antrag in der Bürgerschaft im Januar auffordern.“

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