Hamburger Politiker kritisiert Urteil gegen Maja T. – und vergleicht Orban mit Trump
Das Urteil gegen Maja T. in Ungarn sorgt weiter für politische Empörung. Acht Jahre Haft wegen eines Angriffs am Rande eines rechtsextremen Aufmarsches – für den Hamburger SPD-Bundestagsabgeordneten Falko Droßmann ist das Strafmaß ein Schock. In einem Interview findet er deutliche Worte und äußert massive Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens.
„Acht Jahre sind furchtbar, aber ich habe mehr befürchtet. Ich hätte mir einen Freispruch gewünscht, das ist überhaupt keine Frage. Ich hoffe, dass wir Maja so schnell wie möglich zurück nach Deutschland bekommen“, sagte Droßmann, queer- und verteidigungspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, gegenüber der „taz“. Der SPD-Politiker hatte Maja T. (identifiziert sich als non-binäre Person) im Sommer 2025 in ungarischer Haft besucht und verfolgt den Fall seitdem.
Falko Droßmann wettert gegen Ungarns Ministerpräsident Orbán
Besonders kritisch bewertet Droßmann den politischen Rahmen, in dem das Urteil zustande kam. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán habe sich öffentlich in das Verfahren eingemischt – für Droßmann ein klarer Tabubruch. „Ein Präsident, die Exekutive, hat sich aus der Judikative herauszuhalten, vor allem wenn es um einen laufenden Prozess geht. Das hat Orbán nicht gemacht, er hat sich da ganz nach Trump-Art eingemischt. Das war unerträglich“, sagte er. Sein Eindruck sei eindeutig: „Ich habe den Eindruck, das war kein rechtsstaatliches Verfahren. Dafür waren auch die Richter zu sehr unter Druck.“
Auch die Reaktionen aus Deutschland stoßen bei Droßmann auf scharfe Kritik. Vor allem, dass die AfD das Urteil ausdrücklich begrüßte, will er nicht unkommentiert lassen. „Ich will eigentlich gar nicht darauf eingehen, was die AfD so raushaut. Es war schon unsäglich, was sie in der Vergangenheit zu dem Thema gesagt hat“, so Droßmann.
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Aus seiner Sicht geht es der AfD dabei nicht nur um die Tatvorwürfe, sondern auch um die Identität der verurteilten Person. „Der AfD geht es vor allem auch darum, dass Maja T. eine non-binäre Person ist. Für queere Menschen haben die ohnehin einen ganz anderen Begriff vom Rechtsstaat – nämlich gar keinen“, sagte der SPD-Politiker.
Der Fall Maja T. hatte zuletzt auch in Hamburg für Proteste gesorgt: Dutzende Menschen demonstrierten für die Freilassung und eine Rückkehr nach Deutschland. (rei)
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