Hamburger Nahkampfprofi gibt Tipps: Das schreckt Täter ab
Am 25. November ist internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Wenn einem Gewalt widerfährt, sollte man sich unbedingt wehren. Neun von zehn Tätern brechen bei massivem Widerstand ihren Angriff ab. Marcus Ruddies (56) ist im Kampfsport tätig, seit er laufen kann. Angefangen in der Judoschule seines Vaters, heute ist er Leiter der „Academy“ in Hamburg. Neben den Selbstverteidigungskursen, die er gibt, unterrichtet er auch Militär- und Polizeikräfte im Nahkampf. Der MOPO verrät er Selbstverteidigungs-Tipps, um sich selbst besser schützen zu können.
Selbstbewusstes Auftreten
Selbstbewusstes Auftreten schreckt nachweislich Täter ab. Dazu zählen: aufrechte Körperhaltung, breiter Stand und signalisieren: „Hey, ich habe dich wahrgenommen.“ Also die Person ruhig mal anschauen. Wenn man dann angesprochen wird, sollte man sich (vor allem als Frau) daran erinnern, dass man mit der Stimmlage auch unfreundlich sein kann. Wir sprechen dabei von „Anti-Opfer-Signalen“. Täter suchen Opfer, keine Gegner. Das bedeutet: Man muss versuchen, eine Sicherheit auszustrahlen, dass man sich wehren kann und wird – selbst, wenn man eigentlich verängstigt ist.
Empfehlenswerte Werkzeuge
Ich würde einen Kubotan (Nahkampfwaffe in der Form eines kurzen Stabs, der in der Faust gehalten wird), CS-Gas und Taschenlampen empfehlen. Alle drei kann man legal mit sich führen. Vor allem die hellen LED-Taschenlampen sind unterschätzt. Wer damit direkt angeleuchtet wird, ist erstmal kurz orientierungslos. Das verschafft Zeit. Und – genauso wie den Kubotan – kann man sie verwenden, um die Schlagwirkung zu erhöhen.
Lesen Sie auch: „Täter suchen Opfer, keine Gegner“ – MOPO-Reporterin im Selbstverteidigungskurs
Bei CS-Gas muss man darauf achten, dass es ein BKA-Prüfzeichen hat. Also nicht aus dem Ausland kaufen, ohne Prüfzeichen kann man Probleme mit der Polizei bekommen. Und es gilt, darauf zu achten, dass es wirklich CS-Gas ist. Kein Tierabwehrspray, das ist nämlich wirklich nur gegen Tiere einzusetzen. Auch da kann man Schwierigkeiten mit der Polizei bekommen.
Selbstverteidigungs-Tipps: Davon rät der Profi ab
Auf dem Markt der Selbstverteidigung gibt es immer noch Elektroschocker. Die darf man ab 18 Jahren, mit BKA-Prüfzeichen tragen, empfehle ich aber nicht. Ich halte das Risiko für zu groß, dass der Angreifer sie einem abnimmt und gegen das Opfer verwendet, weil viele erstmal mit den Schockern drohen, bevor sie sie nutzen.
Das könnte Sie auch interessieren: Mehrere Fälle in Hamburg: Warum töten Kinder ihre Eltern?
Auch Teleskopschlagstöcke empfehle ich nicht, die darf man nicht mit sich führen, genauso wie Klappmesser. Bei Taschenkontrollen, werden die einem ganz schnell abgenommen.