Hamburger Kulturdenkmal: So kam die „Ziegenschule“ zu ihrem Namen
Parallel zum Isebekkanal verläuft die Bismarckstraße vom Stadtteil Hoheluft-West bis nach Eimsbüttel. Entlang der Straße sind nicht nur kleine Geschäfte, Cafés und ein beliebtes Restaurant zu finden, hier verstecken sich auch Überreste einer Kirche. Am Ende wartet ein warmes Solebad auf die Spaziergänger. Wir starten an der U-Bahn-Station Hoheluftbrücke und gehen später am Kaifu zurück. Dabei klärt sich auch, wie die Ziegenschule zu ihrem Namen kam.
Blusen und Blumen
Kaum nach links in die Bismarckstraße eingebogen, ist der Trubel der Hoheluftchaussee schnell vergessen. Häuser aus der Gründerzeit säumen die bei Radfahrern beliebte Straße. Das „Café Fele“ lädt tagsüber täglich von 8 bis 17 Uhr, am Wochenende ab 10 Uhr zur Einkehr ein, die Weinbar Ufer gegenüber ist täglich ab 17 Uhr (Sa/So ab 10 Uhr) geöffnet. Unser erster Stopp ist an der Hausnummer 88. Hier öffnen in regelmäßigen Abständen Pop-Up-Stores zum Beispiel mit Mode aus Skandinavien – das Angebot ändert sich regelmäßig. Eine Konstante im Straßenbild ist dagegen „Das kleine Grüne“, ein hübscher Blumenladen. Hier blüht es das ganze Jahr über in den schönsten Farben. Geöffnet ist von Montag bis Samstag von 8 bis 18 Uhr, mittwochs ist Ruhetag. Gleich daneben gibt es nach Meinung vieler Gäste den besten Kaffee weit und breit bei Ujote Espresso (dienstags und mittwoches geschlossen, sonst am 8.30 bis 17 Uhr und am Wochenende ab 9.30 Uhr geöffnet).
Alte Schule, alte Mauern
Die heutige Grundschule an der Isebek ist ein Hamburger Kulturdenkmal und wurde zwischen 1900 und 1902 als „Bismarckschule“ erbaut. Bekannt wurde die Schule als „Ziegenschule“ – seit den 1990er Jahren leben Bergziegen auf dem Schulhof, um die sich die Schulkinder abwechselnd kümmern. Ein weiteres historisches Gebäude, ganz in der Nähe, das aber 1943 im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, war die Philippuskirche. Sie stand direkt am Isebekkanal. Vor 26 Jahren wurden die Grundmauern der Kirche freigelegt, die seitdem als Denkmal und Sitzmauern dienen. Leider macht das Grundstück zurzeit einen verwahrlosten Eindruck und die aufgestellte Informationstafel ist kaum zu lesen. Nachfolgerin der Philippus-Kirche ist die Bethlehem-Kirche von 1959/60 am Eppendorfer Weg, die vor zwanzig Jahren entwidmet wurde und als Kindertagesstätte genutzt wird.
Treffpunkt Taverna
Im Gegensatz zu den Kirchen der Umgebung kann sich Michalis Papadopoulos, Wirt der „Taverna Zum Olymp“ in der Bismarckstraße 40, nicht über Besuchermangel beklagen. Seit Jahren ist das griechische Restaurant, täglich geöffnet von 17 bis Uhr bis Mitternacht, nicht nur beliebter Nachbarschaftstreffpunkt. Gäste kommen auch von weiter her, um die guten und günstigen Gerichte zu probieren.
Das könnte Sie auch interessieren: Schön warm im kalten Hamburg: Frieren ist hier ein Fremdwort
Sole und Sauna
Das mehr als 120 Jahre alte Kaifubad (Hohe Weide 15) ist das älteste Schwimmbad in Hamburg. Die Kaifusole liegt in einem zweiten Teil des Gebäudes. Sie wurde 2016 restauriert und lädt zur Tiefenentspannung in stilvollem Ambiente ein. Ein Highlight ist das Floating-Becken. Ein Salzgehalt von sechs Prozent lässt Badegäste auf dem 32 Grad warmen Wasser schweben. Neben dem Floating gibt es auch Sauna, Dampfbad, Räume der Ruhe, ein Kaminzimmer und eine Dachterrasse. Geöffnet ist täglich von 10 bis 22 Uhr.
Rückweg am Wasser
Zurück geht es am Kaiser-Friedrich-Ufer (Kaifu) entlang. Benannt wurde der Weg zur Erinnerung an Kaiser Friedrich III. (1831–1888), dem deutschen Kaiser und König von Preußen, der nur 99 Tage regierte, aber als Kronprinz lange Zeit an der Elbe lebte.