Hamburger kämpfen um grüne Oase – doch die Behörde hat ganz andere Pläne

Diese Schrebergartenidylle am Goldbekkanal soll für 200 Wohnungen weichen.
Diese Schrebergartenidylle am Goldbekkanal soll für 200 Wohnungen weichen.

U5-Baustelle? Wohnungen? Oder Kleingärten? Gerade erst ist das Bürgerbegehren für den Erhalt der Grünflächen am Goldbekkanal zustande gekommen und eine Befassung der Politik damit steht noch aus, da zeigt die Finanzbehörde mit einer aktuellen Entscheidung, was sie davon hält.

Ein grünes Idyll direkt am Goldbekkanal, die Kleingärten gehören zu den begehrtesten in ganz Hamburg. Hier in Winterhude im Bereich Poßmoorweg/Barmbeker Straße, zwischen Bootswerft und B5, sollen 23 Kleingartenparzellen verschwinden, damit Wohnungen gebaut werden können. Und zwar gleich 200 Wohneinheiten in begehrter Lage.

Aber bevor das mit dem Wohnungsbau soweit ist, vergeht noch viel Zeit. Denn zunächst einmal soll die Kleingarten-Fläche ab 2026 als Lager für die Bauarbeiten an der U5 genutzt werden. Die Kleingärtner haben dagegen ein Bürgerbegehren gestartet, das vor zwei Wochen vom Bezirksamt als erfolgreich erklärt wurde. 5000 Unterschriften bekam „Stand up Winterhude“ zusammen, genug, damit sich der Bezirk Nord noch einmal mit dem Thema beschäftigen muss.

Der Kleingarten direkt am Goldbekkanal in Winterhude soll für die U5-Baustelle weichen.
Der Kleingarten direkt am Goldbekkanal in Winterhude soll für die U5-Baustelle und Wohnungsbau weichen.

Doch noch bevor das überhaupt geschieht, kürt jetzt die Finanzbehörde schon einmal den Siegerentwurf für den geplanten Wohnungsbau am Poßmoorweg (eins:eins Architekten Hillenkamp & Roselius Partnerschaft mbB mit KRAFT.RAUM) und macht somit sehr deutlich, dass sie nicht plant, auf lange Sicht auf die Kritik der Kleingärtner einzugehen.

Winterhude: 200 Wohnungen am Goldbekkanal

Stattdessen wird in der Begründung für die Wohnbebauung geschickt mit dem Interesse der Allgemeinheit argumentiert, dass der Bereich entlang des Goldbekkanals in Zukunft für alle geöffnet wird und ein öffentlicher Park entsteht – was derzeit nicht der Fall ist, da die dortigen Schrebergärten den Zugang zum Ufer versperren.

So sollen die Wohnungen am Poßmoorweg aussehen.
So sollen die Wohnungen am Poßmoorweg einmal aussehen.

Vorhandene und zusätzliche öffentliche Spiel- und Freizeitflächen werden laut Finanzbehörde entstehen und mit dem Bauspielplatz und der Jugendberatung kombiniert. Die 23 Kleingartenparzellen müssten deshalb verlagert und an anderer Stelle neu angelegt werden.

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Wohnungen und Park am Goldbekufer.
Wohnungen und Park am Goldbekufer.

Entlang des Poßmoorwegs sieht das städtebauliche Konzept Wohnungsbau mit einem Anteil von etwa 35 Prozent öffentlich geförderten Einheiten, eine Kita sowie ein Café für den Stadtteil vor. Die Flächen gehören der Stadt, der Landesbund für Gartenfreunde Hamburg (LGH) hat sie für Schrebergärten gepachtet.

Zur anstehenden Bürgerbeteiligung heißt es seitens der Finanzbehörde: „Das aktuelle Bürgerbegehren gegen die Einrichtung einer Baustelleneinrichtungsfläche für den Bau der U5 wird Gegenstand weiterer Erörterungen in den bezirklichen Gremien sein.“ Da die Fläche am Goldbekkanal fast zehn Jahre lang für diese Nutzung vorgesehen ist, startet der Wohnungsbau dann erst ab 2035.