Eine Kirche

Blick auf die historische Hauptkirche St. Jacobi in der Innenstadt. Foto: picture alliance/dpa/Daniel Bockwoldt

Hamburger Hauptkirche verliert ihre Turmspitze – zu schwer

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Fünf Kirchturmspitzen prägen die Silhouette von Hamburg. Künftig wird es eine weniger sein. Der Pastor von St. Jacobi spricht von einer schmerzhaften Entscheidung.

Eine der fünf Hamburger Hauptkirchen soll ihren Turmhelm verlieren. Ab 2028 soll die Konstruktion aus der Nachkriegszeit an der St. Jacobi Kirche abgetragen werden. Das sieht ein Sanierungsplan in Abstimmung mit dem Denkmalschutzamt vor, dem der Kirchengemeinderat zustimmte. Hintergrund sind nach Angaben der Gemeinde die Schäden im Mauerwerk des Turms

Der Turmhelm aus Stahlbeton sei zu schwer für den mittelalterlichen Sockel. „Die Fachplaner hätten daher den Rückbau des modernen Turmhelms empfohlen, um die historische Bausubstanz des Turmschaftes und damit einen der wenigen erhaltenen mittelalterlichen Bauten in Hamburg langfristig zu sichern“, hieß es in einer Mitteilung. 


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Vorheriger Turmhelm stürzte brennend ins Gebäude

Ob der Turm irgendwann eine neue Spitze bekommt, ist unklar. „Wir wissen es zum jetzigen Zeitpunkt nicht“, sagte Hauptpastor Stefan Holtmann. Geplant sei bislang nur ein Wetterschutzdach. 2024 waren Stützkonstruktionen in den Turm eingebaut worden. Kurz vor der Adventszeit war die Kirche für mehrere Monate geschlossen worden. 

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Bei der anstehenden Generalsanierung der gesamten Kirche mit einem Volumen von 40 Millionen Euro müsse eine dauerhafte Lösung geschaffen werden, betonte Holtmann. Die Mitte des 14. Jahrhunderts errichtete Kirche habe ursprünglich keinen Turm gehabt, nur einen Sockel. Der erste Turmhelm von 1587 wurde nach Angaben des Pastors Mitte des 18. Jahrhunderts abgebrochen. Die zweite Turmspitze von 1826 stürzte 1944 nach einem Bombenangriff brennend ins Kirchengebäude. 

Anfang der 1960er Jahre wurde die heutige Konstruktion errichtet. „Es ist schmerzhaft, diesen Turmhelm runterzunehmen“, sagte Holtmann. Er werde besonders die Turmuhr vermissen. Aber die Pilgerkirche sei immer eine Kirche der einfachen Leute gewesen. Sie müsse geöffnet bleiben. „Vielleicht ist das die Kirche, die wir brauchen“, sagte der Pastor mit Blick auf die künftige Form des Gebäudes. (dpa/mp)

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