Erste Grundschule schafft Schulranzen ab: Das müssen Eltern wissen
Für viele Kinder gehört er zum ersten Schultag wie die Schultüte: der Schulranzen. Groß, bunt – und oft ziemlich teuer. An der Grundschule Brehmweg in Stellingen heißt es aber: Ein Rucksack reicht. Was Eltern bedenken sollten.
Seit dem aktuellen Schuljahr brauchen Kinder an dieser Grundschule ganz offiziell keine Ranzen mehr. Das teilte die Schule den Eltern mit. Zunächst hatte das „Abendblatt“ berichtet. „Wie viele weitere Schulen auch, haben wir uns gemeinsam mit dem Kollegium und dem Elternrat zu diesem Schritt entschieden”, heißt es auf der Internetseite. Der Grund liegt im veränderten Schulalltag: Viele Kinder bleiben nach dem Unterricht im Ganztag, essen in der Schule und erledigen dort auch ihre Hausaufgaben.
Grundschule Hamburg: Deshalb ist der klassische Ranzen überflüssig
In Hamburg nutzen nach Angaben der Schulbehörde inzwischen über 90 Prozent der Grundschüler den Ganztag. „Heutzutage findet das Lernen der Schüler und Schülerinnen vor allem im Schulgebäude und weniger zu Hause statt“, so auch die Grundschule Brehmweg. Mappen und Bücher müssten nur noch in besonderen Fällen transportiert werden. Der klassische Ranzen werde dadurch für viele Kinder überflüssig: „Für den täglichen Weg in die Schule sind die Ranzen zu groß und zu schwer. Ein einfacher Rucksack für das Frühstück und die DIN-A4-Postmappe ist vollkommen ausreichend.“
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Ein Verbot ist das nicht. Wer seinem Kind trotzdem einen Ranzen kaufen möchte, kann das weiterhin tun. „Die Entscheidung, ob dennoch ein Ranzen gekauft wird, bleibt aber selbstverständlich Ihnen überlassen“, stellt die Schule klar.
Schulranzen: Das müssen Eltern beim Kauf wissen
Wer seinem Kind trotzdem weiterhin einen Ranzen kaufen will – oder einen guten Schulrucksack sucht –, steht aber vor der Frage: Was muss das Ding können, damit es nicht nur schön aussieht, sondern auch gut sitzt? Die wichtigsten Tipps für den Kauf:
Der Ranzen oder Rucksack muss zum Kind passen.
Nicht jedes Modell passt zu jedem Rücken. Deshalb sollte die Schultasche nicht einfach online bestellt, sondern im Fachgeschäft anprobiert werden. Beratung und Probetragen sind wichtig. Sinnvoll ist, mehrere Modelle erst auf Passform zu testen und das Design danach auszuwählen.
Auf Ergonomie achten.
Der Rückenbereich sollte gepolstert sein, an den richtigen Stellen Aussparungen haben und innen eine stabile Rückwand besitzen. Die Schulterträger sollten leicht verstellbar sein, gut sitzen und keine Druckstellen verursachen. Ein Brustgurt kann verhindern, dass die Schultergurte rutschen. Wichtig ist außerdem ein Beckengurt: Er hilft, einen Teil des Gewichts auf die Hüfte zu verlagern.
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Die Tasche sollte nah am Rücken sitzen.
Zwischen Rücken und Ranzen oder Rucksack sollte möglichst kein Abstand sein. Die Träger werden so eingestellt, dass die Unterseite oberhalb des Beckens liegt. Bücher, Ordner und andere schwere Gegenstände gehören möglichst nah an die Rückwand, damit der Schwerpunkt nah am Körper bleibt. Eine tief hängende oder nur über einer Schulter getragene Tasche kann den Rücken belasten.
Nicht nur aufs Gewicht schauen.
Ein leichtes Modell ist angenehm, aber das Gewicht allein entscheidet nicht. Wichtig ist die Kombination aus Passform, Einstellbarkeit, Stabilität, Sicherheit und Tragekomfort. Ein gewisses Zusatzgewicht kann bei gesunden Kindern unproblematisch sein, wenn die Tasche richtig sitzt.
Sichtbarkeit im Straßenverkehr prüfen.
Reflektoren und fluoreszierende Flächen erhöhen die Sicherheit. Orientierung bietet die DIN-Norm 58124. Sie regelt unter anderem Sichtbarkeit, Wasserdichtigkeit und Trägerbreite. Zusätzlich können Eltern Reflektoren oder kleine LED-Lichter anbringen.
Rechtzeitig kaufen.
Neue Kollektionen kommen meist im Herbst in die Geschäfte. Um Ostern herum ist eine gute Zeit für den Kauf, weil die Auswahl dann noch groß ist. Allerdings sind Marken-Ranzen schnell teuer und kosten rund 300 Euro. Vorjahresmodelle können günstiger sein und trotzdem dieselbe Technik und Verarbeitungsqualität bieten.
Garantie und Reparaturservice prüfen.
Viele Hersteller geben vier Schuljahre Garantie. Manche Fachgeschäfte bieten im Reparaturfall einen Leihranzen an.
Das Kind mitentscheiden lassen.
Die Schultasche soll passen, aber auch gefallen. Das Kind trägt sie täglich und soll gern damit zur Schule gehen. Praktisch sind Modelle, bei denen sich Motive per Klett- oder Magnetsystem austauschen lassen. (nf mit Material der dpa)
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