Hamburger Grünen-Politikerin verlässt die Partei – und rechnet ab!

Ivy Müller von den Grünen wechselt die Partei und wird künftig der Bürgerschaftsfraktion der Linken angehören.
Ivy Müller von den Grünen wechselt die Partei und wird künftig der Bürgerschaftsfraktion der Linken angehören.

Es brodelt bei den Grünen – zumindest auf Bundesebene. Nach dem Rücktritt der Parteispitze, dem Austritt des Vorstandes der Grünen Jugend, gibt es nun den ersten Aderlass auch in Hamburg: Ivy Müller wechselt von den Grünen zur Linken. Die Ökopartei verliert mit der 27-Jährigen eine Expertin für Schulpolitik. Müller rechnet dabei mit ihrer Ex-Partei ab!

In einem Instagram-Video erklärt Müller, Jahrgang 1997, ihren Abschied von den Grünen: „Meine Generation hat die Hoffnung verloren“, sagt sie darin und führt aus: „Inflation, Rechtsruck und Klima – eine Krise jagt die andere.“ Das sei kein Zufall, so Müller, sondern „politisches Versagen“.

Müller, die vor acht Jahren bei den Grünen eintrat, weiter: „Es braucht eine Politik, die Abstiegsängste nimmt und Gerechtigkeit schafft.“ Sie wolle nicht länger für die Politik der Grünen geradestehen müssen, „die diesem Anspruch nicht gerecht wird!“ Rumms.

Hamburg: Grüne Ivy Müller wechselt zur Linken

Mit ihrem Schritt folgt sie dem Bundesvorstand der Grünen Jugend, dessen Mitglieder ebenfalls die Partei verlassen haben. Ihre neue politische Heimat: Die Linke. Co-Fraktionsvorsitzende Cansu Özdemir: „Mit ihrem Ansatz, den Menschen in der Stadt auf Augenhöhe zu begegnen und bei Alltagssorgen für sie da zu sein, ist sie bei uns genau richtig.“

Genau das nicht mehr zu tun, wirft Müller ihren ehemaligen Parteifreunden vor. Die Grünen würden nicht konsequent für die Menschen einstehen, urteilt sie, sondern eine Politik mittragen, die am Ende Reiche reicher mache und bei der es Kinder in der Stadt gebe, die hungrig zur Schule gehen müssten.

Ivy Müller: Hamburgs Grüne verlieren Schulexpertin an Linke

Bei den Grünen reagiert man relativ gelassen auf den Abgang Müllers. Maryam Blumenthal, Landesvorsitzende der Grünen: „Wir bedauern diese Entscheidung sehr. Sie hat sich im Rahmen ihres grünen Mandats und in unserer Partei mit viel Kompetenz und Leidenschaft vor allem in der Hamburger Schulpolitik engagiert.“

Müller studiert Lehramt in Hamburg, war bisher bei den Grünen schulpolitische Sprecherin und sitzt seit 2020 in der Bürgerschaft. Die 27-Jährige bezeichnet sich selbst als „Gerechtigkeitsfanatikerin“, setzte sich vor allem für Inklusion an Schulen ein und initiierte ein Pilotprojekt, bei dem an einigen Schulen in Hamburg kostenlos Menstruationsprodukte verteilt werden.

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Themen, die auch Sabine Boeddinghaus, Fachsprecherin für Bildung bei den Linken, umtreiben. Entsprechend würdigt sie May als „profilierte und gut vernetzte Bildungspolitikerin“. Der Eintritt soll offiziell am Montag erfolgen. Wie es mit Müllers Mandat weitergeht, ist noch offen. Blumenthal hat da eine klare Vorstellung: „Wir erwarten daher, dass sie dieses Mandat an die Partei zurückgibt und stehen mit ihr dazu im Gespräch.“