Hamburger Food-Start-up ist auf die Nuss gekommen
Ein Urlaub in Neuseeland war der Auslöser für das Hamburger Food-Start-up „Call me Nuts“. Jana Neff (37) und Nisarg Acharya (39) genossen Erdnussbutter am anderen Ende der Welt. Nicht so mit Palmöl und Zucker gestrecktes Zeug, sondern den Genuss der vollen Nuss. Zurück in Hamburg die Frage: Warum gibt es so ein Produkt nicht auch hier?
„Zum Frühstück haben wir bei Freunden Banane, Brot und Peanut Butter gegessen“, erzählt Jana von ihrer Reise nach Neuseeland, der Heimat von Nisarg. „In der Erdnussbutter war kein Palmöl, kein Zucker, sie war ein Genuss.“ Und die beiden waren kulinarisch angefixt von der Idee, so eine ähnliche Peanut Butter in Hamburg auf den Markt zu bringen.
Besondere Erdnussbutter: Sie tüftelten in der heimischen Küche am Geschmack
Natürlich kommt es auf die Nuss an, klar. „Wir haben viele probiert“, sagt Nisarg. „Und weil es uns auch um soziale Nachhaltigkeit geht, wollten wir keine aus China nehmen“, ergänzt Jana. Am Ende wurden es Erdnüsse aus Argentinien. „Die sind sehr intensiv“, sagt Nisarg, „schmecken viel mehr nach Nuss, haben viele ungesättigte Fettsäuren, die Nährwerte waren top.“
So tüftelten die Grafikdesignerin und der Maschinenbau-Ingenieur in der heimischen Küche am Geschmack. Sie orderten einen 25-Kilo-Sack Nüsse und kauften sich eine günstige Maschine – „und dann haben wir mit verschiedenen Röstzeiten experimentiert“, sagt Nisarg.
„Wir wollten neue Sorten auf den Markt bringen“, sagt Jana. So entstand auch eine scharfe Variante, die passenderweise „SmokinHot“ heißt – und mit Chipotle, geräucherter Paprika und Habanero ist. Ich mache den Geschmackstest: Die Schärfe ist ordentlich, der Biss super crunchy durch die kleinen Nusssplitter. „Es ist definitiv kein Nuss-Nougat-Ersatz“, scherzt Jana. Die Frage danach kommt immer wieder auf. Denn in Deutschland sind viele „Peanut Butter“-Sorten mit Zucker und Palmöl gestreckt.
„Palmöl ist ein Füllstoff“, sagt Jana, „den braucht man nicht. Und die Erdnuss ist von Natur aus süß, „deswegen braucht es auch keinen Zuckerzusatz. Ob Palmöl in einer Erdnussbutter ist oder nicht, kann man übrigens sehen: Setzt sich oben auf dem Produkt Öl an, dann ist es in der Regel Palmöl-frei. „Wir wollten ein natürliches Produkt“, sagt Jana. „Und weil bei uns nichts drin ist, was da nicht reingehört, ist es auch vegan.“
Vier Sorten gibt es inzwischen
Vier Sorten gibt es von „Call me Nuts“ inzwischen. „Full Power“ ist mit Kürbis- und Sonnenblumenkernen, Sesam sowie Chiasamen. Und damit diese kreativen Nussspezialitäten nicht nur auf dem Brot landen, „haben wir viele Rezepte auf unserer Webseite“, erklärt Jana. „Wir haben die Peanut Butter sogar schon auf einer Pizza probiert“, sagt Nisarg.
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Und sie machen alles selber. Im „Foodlab“ in der HafenCity haben sie jüngst 1000 Gläser abgefüllt, jeweils mit 275 Gramm Inhalt. Im Handel kosten sie 8,90 Euro, bisher nur bei Rewe im Westfield-Center oder im Onlineshop von „Call me Nuts“. Gerade experimentieren die Gründer an einer neuen süßen Variante, verrät Nisarg: „Mit Zimt und Dattel.“