Tragödie auf Städtetour in Istanbul – Mutter und zwei Kinder tot

Kadir und seine Schwester Masal starben im Krankenhaus. Foto: Privat.

Hamburger Familie stirbt in Istanbul – Obduktionsbericht da

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Rund zwei Wochen nach dem Tod einer Hamburger Familie in Istanbul hat der Obduktionsbericht mehreren Medien zufolge eine Vergiftung mit dem Giftgas Phosphin als Todesursache bestätigt.

Es seien stichhaltige Beweise für das Giftgas Phosphin als Todesursache gefunden worden, meldeten türkische Medien unter Berufung auf das Dokument. Damit habe sich die Annahme bewahrheitet, dass Chemikalien zur Bekämpfung von Ungeziefer, die im Hotel der Familie eingesetzt wurden, zum Tod geführt hätten. Hinweise auf eine Lebensmittelvergiftung hätten sich dagegen nicht ergeben.

Bericht: Hamburger Familie starb wohl an Phosphin-Vergiftung

Türkische Medien hatten unter Berufung auf Rechtsmediziner bereits in der vergangenen Woche über eine Chemikalien-Vergiftung als wahrscheinliche Todesursache berichtet und dabei das Versprühen eines Mittels gegen Bettwanzen genannt. Dem Obduktionsbericht zufolge fanden die Rechtsmediziner tatsächlich „Beweise“ für den Einsatz dieses Mittels.

Der Stoff sei etwa in aus dem Zimmer entnommenen Wischproben festgestellt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf einen Bericht der Rechtsmedizin. Auch in Handtüchern des Hotels habe man Phosphin entdeckt. 

So entsteht Phosphin

Bei der Bekämpfung von Schädlingen wird häufig der Stoff Aluminiumphosphid eingesetzt. In Verbindung mit Wasser – Luftfeuchtigkeit genügt – entsteht das toxische Gas Phosphin. Das Gas schädigt die Körperzellen von Säugetieren und verhindert in größeren Konzentrationen den Sauerstoff-Transport im Blut. Phosphin kann bei Menschen unter anderem zu Reizhusten, Erbrechen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen führen und beim Einatmen lebensbedrohlich sein.



Die in Hamburg lebende türkische Familie hatte Mitte November in Istanbul Urlaub gemacht, als die Eltern und ihre Kinder im Alter von drei und sechs Jahren erkrankten. Zuvor sollen sie an einem Imbiss im touristisch geprägten Stadtviertel Ortaköy direkt am Bosporus gegessen haben, weshalb zunächst eine Lebensmittelvergiftung vermutet worden war.

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Die Familie wurde ins Krankenhaus gebracht, doch alle Hilfe kam zu spät. Wenige Tage nach den Kindern Kadir und Masal sowie der Mutter war auch der Vater im Krankenhaus verstorben. Das Hotel wurde nach dem Vorfall geschlossen, im Zusammenhang damit wurden elf Menschen festgenommen. (afp/dpa)

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