Hamburger CDU fürchtet tierische Invasion – und schlägt Maßnahme vor
Die Hamburger CDU-Fraktion fürchtet eine tierische Invasion: Waschbären könnten die Hansestadt unsicher machen. Zwar dürften die putzigen Raubtiere geschossen werden – aber eine andere Methode sei vorzuziehen.
Zur Bekämpfung von Waschbären schlägt die Hamburger CDU-Fraktion eine Kastration der Tiere vor. Zwar unterliege der Waschbär seit 1993 in Hamburg dem Jagdrecht, eine Bejagung sei aber in Stadtgebieten kaum möglich und stoße nur auf eine geringe Akzeptanz in der Bevölkerung, argumentiert die Bürgerschaftsfraktion in einem Antrag.
Das Problem sei die unkontrollierte Vermehrung: Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Raubtiere richteten Schäden an Gebäuden an, plünderten Vogelbrutplätze und würden Parasiten übertragen. Der Senat solle darum die rechtliche Grundlage für ein Pilotprojekt zur Kastration prüfen.
Waschbären-Invasion: Pilotprojekt in Hessen gestoppt
Dabei erlebt Hamburg gar keine „Invasion“ von Waschbären, räumt selbst die CDU in ihrem Antrag ein: „In Hamburg ist die Population derzeit noch überschaubar.” Ab und zu würden einzelne Tiere gesichtet, hatte der Senat im August erklärt. Es handele sich um Zufallsmeldungen, aus denen sich keine Bestands- oder Populationsentwicklungen ableiten ließen.
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In Hessen war im August ein ähnliches Projekt nach kurzer Zeit wieder gestoppt worden. Ein Team aus rund 30 Ehrenamtlichen und zehn Tierärzten hatte Waschbären im Stadtgebiet von Kassel gefangen und sterilisiert. Anschließend wurden die Tiere wieder in die Freiheit entlassen. So sollte die Population zunächst stabil gehalten und später sogar reduziert werden.
Der hessische Landesjagdverband monierte, dass chirurgische Eingriffe an Wildtieren ohne Genehmigung nicht vorgenommen werden dürften. Darüber hinaus basiere das Projekt auf Annahmen, die wissenschaftlich eindeutig widerlegt seien.
Waschbären dürfen nicht freigelassen werden
Ferner sei die Freisetzung invasiver Arten nach dem Fang durch eine EU-Verordnung und das Bundesnaturschutzgesetz ausdrücklich untersagt. Auch die Hamburger CDU-Fraktion sieht dieses rechtliche Problem. Auffangstationen, die verletzte oder verwaiste Waschbären aufnehmen, seien häufig überfüllt, da die Tiere nicht wieder ausgesetzt werden dürfen. (dpa/mp)
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