Zaklin Nastic

Zaklin Nastic trat 2025 als BSW-Spitzenkandidatin für den Bundestag an. Foto: Marius Röer

„Aus der Presse erfahren”: Hamburger BSW äußert sich zu Nastic-Austritt

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Mit einem gepfefferten Schreiben hatte die BSW-Spitzenpolitikerin Zaklin Nastic am Dienstag ihren Austritt verkündet. Jetzt reagierte der Hamburger Landesverband – er will von Nastics Abgang erst aus der Presse erfahren haben.

„Wir, der Landesverband Hamburg vom Bündnis Sahra Wagenknecht, bedauern den Austritt von Zaklin Nastic, von dem wir aus der Presse erfahren haben“, schreibt der Verband am Dienstag in einer Mitteilung. Das BSW verliere eine anerkannte wie erfahrene Politikerin, die sich insbesondere um die Gründungsvorbereitung des Hamburger Landesverbandes verdient gemacht habe.

Das Hamburger BSW räumt ein, dass in der bisherigen Aufbauphase der Partei „nicht alles richtig gemacht“ wurde. Es sei „Potenzial für Verbesserungen und Kritik vorhanden“. Was die anfangs restriktive Aufnahmepolitik angeht, so habe das BSW allerdings inzwischen einen deutlichen Richtungswechsel vollzogen. „Auch die Bewertungen von Zaklin Nastic zum Entwicklungsstand des BSW und einzelner seiner Führungspersönlichkeiten teilen wir nicht.“ In Hamburg arbeite man aktuell daran, das Profil und Selbstverständnis weiterzuentwickeln.

Zaklin Nastic verlässt das BSW

In einem Austrittsschreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, übte Nastic, die gemeinsam mit Parteigründerin Sahra Wagenknecht und anderen vor mehr als zwei Jahren die Linke verlassen und die neue Partei gegründet hatte, scharfe Kritik am Kurs des BSW und der Co-Vorsitzenden Amira Mohamed Ali.


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Diese stehe zunehmend für „katastrophale Wahlergebnisse, schlechte Ausstrahlung und miserable Außenwirkung in sozialen Medien“, schreibt Nastic. Sie verlasse das BSW wegen „Katzbuckelei“, etwa vor Medien, wegen der sie damals auch die Linke verlassen habe. In dem Schreiben lobt sie auch explizit den AfD-Co-Chef: „Immerhin ist es Tino Chrupalla, der den Mut hat, den Abzug der US-Soldaten aus Deutschland zu fordern, und nicht die BSW-Spitze, die hier nur herumeiert!“

BSW-Bundesvorstand weist Vorwürfe zurück

Der BSW-Bundesvorstand wies Nastics Kritik ebenfalls zurück und erwiderte: Nastics Austrittserklärung sei „konfus und zeugt davon, dass es in der Politik leider immer wieder Personen gibt, die glauben, vorbehaltlos Anspruch auf ein gut dotiertes Abgeordnetenmandat zu haben“, so die Bundesvorsitzenden Amira Mohamed Ali und Fabio De Masi auf dpa-Anfrage.

Nastic habe in Hamburg einen Landesverband hinterlassen, der zeitweise im Chaos versunken sei. Sie sei „einer größten Öffentlichkeit kaum durch Sacharbeit aufgefallen“, monierten die Bundesvorsitzenden. Nach ihrem Austritt aus der Linken habe sich Nastic dem BSW zugewandt und „nun offenbar der AfD“. Vorwürfe, dass es bei der Aufnahme von Mitgliedern schwarze Listen oder Gesinnungs- und Loyalitätsprüfungen gegeben habe, seien „sämtlich nicht zutreffend”.

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Gegenüber dem „Abendblatt“ sagte Nastic auf die Frage, ob sie jetzt zur AfD wechseln würde: „Es gibt in jeder Partei gute und schlechte Personen und Positionen. Aktuell werde ich nirgends eintreten.“ Nastic war bei der Bundestagswahl 2025 noch als Spitzenkandidatin des BSW Hamburg angetreten. (mp/dpa)

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