Hamburg: Wo Treppen Filmstars sind – oder ein wahrgewordener Albtraum
Schon mal mitgezählt, wie viele Stufen wir täglich hinaufsteigen? Die meisten eher unfreiwillig, viele aber weil eine Belohnung wartet. In Form von schönen Aussichten oder als angenehmer Sitzplatz. Sogar unter der Erde gibt es sehenswerte Treppenanlagen. Hier sind unsere Lieblingstreppen – und eine Treppe, deren Abbau schon lange erhofft wird.
Treppen-Spiralen
Mit zwölf Stockwerken dominiert das Brahms-Kontor, erbaut in den 1920er Jahren, den davor liegenden Johannes-Brahms-Platz (Neustadt). Von außen ist das Gebäude beeindruckend, von innen überwältigend. Goldene Fliesen, Keramikkacheln, Lampen und Fußbodenmosaike bezaubern im Stil des Art déco. Von oben leuchtet das Glasdach des Treppenhauses. Weitere kunstvolle Treppen-Spiralen sind zum Beispiel im Sprinkenhof im Kontorhausviertel, im Afrika-Haus oder im Laeiszhof zu sehen.
Beliebter Drehort
Treppen wie diesen historischen Durchgang in der Neustadt gibt es nicht mehr viele in Hamburg. Deshalb ist der Thielickestieg zwischen Wincklerstraße und Martin-Luther-Straße beliebte Filmlocation und dient seit Anfang Mai auch als einer der Drehorte für die neue internationale Serie „Hamburg Days“ über die frühen Jahre der Beatles in Hamburg, produziert für AGC Television, ZDF und BBC.
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Beste Aussichten
Fast immer wird ein anstrengender Aufstieg mit einem schönen Ausblick belohnt – manchmal auch mit einem grandiosen Konzert. Die 452 Stufen im Michel-Kirchturm zur Aussichtsplattform oder die geschwungene hölzerne Treppenanlage, über die Konzertbesucher in den Großen Saal der Elbphilharmonie gelangen, sind sicher die bekanntesten Aufstiegsmöglichkeiten. Die öffentliche Plaza der Elphi im achten Obergeschoss ist hingegen ganz bequem über eine 82 Meter lange gebogene Rolltreppe und eine zweite kurze zu erreichen. Über einen Gratis-Elbblick freuen sich auch alle, die die 140 Stufen zur Dockland-Dachterrasse (Altona) erklimmen. Flugzeug-Fotografen (das Airbus-Werk mit Start- und Landebahn ist nah) und Schiffsfreunde treffen sich auf dem roten Aussichtsturm am Rüschpark in Finkenwerder. Beliebt sind bei gutem Wetter auch die Stufenanlagen in der HafenCity, immer mit Blick aufs Wasser, immer ein Sitzplatz frei.
Sehenswerte Unterwelten
Gute Aussichten gibt es manchmal auch auf dem Weg nach unten. Sehenswert ist die U-Bahn-Station Überseequartier in der HafenCity mit ihren blauen Kacheln, die an Unterwasserwelten erinnern sollen. Auch ein Besuch des Alten Elbtunnels lohnt sich – nicht nur wegen der gerade neu eröffneten, frisch renovierten zweiten Röhre, sondern auch wegen des beeindruckenden Treppenhauses, das knapp 25 Meter in die Tiefe führt.
Viertel für Trainierte
Ja, auch Hamburg hat Berge. Oder zumindest Erhebungen. Das merken Besucher des Blankeneser Treppenviertels schnell. Zwischen den Straßen Am Kiekeberg und Strandweg führen rund 5000 Stufen durch schmale Gassen zum Elbufer und zu den oft nur zu Fuß erreichbaren Häusern. Allein die Strandtreppe hat 170 Stufen. Gute Kondition ist im Treppenviertel also von Vorteil.
Treppe des Grauens
60 steile schmale Holzstufen, für Gehbehinderte, ältere Menschen oder Personen mit Gepäck, Knieproblemen oder Kinderwagen kaum oder gar nicht zu bewältigen – die provisorische Treppe am Berliner Tor ist als „Treppe des Grauens“, „Katastrophentreppe“ oder „Horror-Treppe“ bekannt. Wie lange sich Bahnfahrer mit dem Behelfsbau noch herumärgern müssen, ist unklar. Schon 2024 sollte die Konstruktion abgebaut werden, jetzt ist von Anfang 2027 die Rede.