Feierabendparken

Andre von Lühmann (l.-r.), Leiter Immobilien Region Nord von Lidl Immobilien Dienstleistung, Anjes Tjarks (Bündnis90/Die Grünen), Hamburgs Senator für Verkehr und Mobilitätswende, und Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, vor der Lidl-Filiale. Foto: Florian Quandt

Hamburg testet „Feierabendparken“ für Anwohner – aber das kostet

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Nach Düsseldorf rüstet nun auch Hamburg den ersten Parkplatz um: Anwohner können ab Montag nachts günstig beim Discounter Lidl parken – im Rahmen des sogenannten „Feierabendparkens“.

In Hamm startet ein neues Pilotprojekt gegen den chronischen Parkplatzmangel der Hansestadt. Seit der Umgestaltung der Carl-Petersen-Straße in eine grüne Fußgängerzone im vergangenen Jahr wuchs der Frust der Anwohner über die dadurch verlorenen Parkmöglichkeiten. Die Stadt versprach bereits zu Planungsbeginn Abhilfe – jetzt liefert sie.

Parkplatz wird nachts überwacht

Ab dem 19. Januar stehen zehn der knapp 60 Parkplätze der Lidl-Filiale in der Carl-Petersen-Straße für das „Feierabendparken“ zur Verfügung. Erlaubt ist die Nutzung jeweils von 18 Uhr bis 8 Uhr am nächsten Morgen. Dadurch möchte Lidl sicherstellen, dass die Kunden des Discounters durch das Projekt nicht benachteiligt werden.

Gebucht werden kann ausschließlich digital: Per QR-Code gelangt man auf die Website des Betreibers „Wemolo“ und mietet dort einen Stellplatz. Außerdem kann eingesehen werden, welche Parkplätze genutzt werden dürfen.

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Die temporären Parkplätze kosten 3 Euro pro Nacht oder – in Paketen – 12 Euro für eine Woche beziehungsweise 30 Euro für einen Monat (30 Nächte). Die Kosten entstehen durch die Parkraumüberwachung und die Kontrolle der Parkzeiten durch „Wemolo“.

Tjarks: Möglichkeit zur Erweiterung

Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) sieht das Projekt als Möglichkeit für Anwohner, „unkompliziert eine Abstellfläche für ihr Fahrzeug zu erhalten“. Es gäbe die Perspektive für eine Erweiterung in Kooperation mit Lidl, da die Kette im Großraum Hamburg über mehr als 60 Parkplätze verfügt, die ebenfalls eingebunden werden könnten. Die CDU, die die Umfunktionierung vor einem Jahr angestoßen hatte, begrüßt die Lidl-Beteiligung. „Langfristig sollte das Ziel sein, mithilfe einer App ein möglichst flächendeckendes Angebot zu bieten“, so Richard Seelmaecker, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Das Projekt soll zunächst für ein Jahr laufen. Der Leiter der Lidl-Immobilien Region Nord, André von Lührmann, geht davon aus, dass bei einem erfolgreichen Start die Anzahl der buchbaren Parkplätze erhöht werden kann. Lidl sehe sich als Teil der Gemeinschaft und wolle entsprechend seinen Beitrag leisten.

„Feierabendparken“ in Düsseldorf schon etabliert

Das „Feierabendparken“ wird in Düsseldorf bereits seit einiger Zeit getestet. Dort ist das Projekt so erfolgreich, dass in diesem Jahr mehr als 2000 Parkplätze an 21 verschiedenen Standorten genutzt werden dürfen.

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Neben Supermärkten stehen dort auch Stellplätze von Parkhäusern, Krankenhäusern, Behörden und Bürogebäuden zur Verfügung.

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