Hamburg stellt Stinkefinger vor iranischem Konsulat dauerhaft auf

Das Mahnmal vor dem persischen Konsulat
„Frau, Leben, Freiheit“ steht auf dem Schild vor dem Konsulat in der Bebelallee. Die sieben Hände aus Beton zeigen Gesten des Widerstands.

Vor dem iranischen Konsulat an der Bebelallee in Winterhude wurde am Samstag eine in Bronze gegossene Skulptur errichtet, die deutliche Kritik am Mullah-Regime im Iran übt. Sie stand vor drei Jahren schon einmal dort – damals gab es Beschwerden aus dem Konsulat. Jetzt soll sie dauerhaft dort stehen, unterstützt von fast allen Parteien aus der Bezirksversammlung.

Zusammenfassung:

  • Eine Skulptur vor dem iranischen Konsulat kritisiert das Mullah-Regime.
  • Fast alle Parteien der Bezirksversammlung unterstützten die dauerhafte Aufstellung.
  • Die Einweihung fand mit Musik und Essen statt, die Künstlerinnen bleiben anonym.

Eine Faust, eine Hand mit Victory-Zeichen, ein Stinkefinger: Die Kritik am Mullah-Regime könnte kaum deutlicher sein, und der Standort für die Skulptur vor dem Konsulat des Iran wurde nicht zufällig ausgewählt. Mit Live-Musik, Essen und Dutzenden Gästen wurde das Kunstwerk am Samstag eigeweiht.

Skulptur vor dem iranischen Konsulat eingeweiht

Groß angekündigt wurde die Veranstaltung jedoch nicht, wohl aus Angst vor den Reaktionen. Auch die beiden Künstlerinnen möchten deshalb lieber anonym bleiben. Wie auch schon bei der ersten Installation der Skulptur im Jahr 2023: Damals hatte sie von der Bezirksversammlung nur eine Genehmigung für ein halbes Jahr erhalten, jetzt ist sie dauerhaft. Für diese zweite Installation wurde das Kunstwerk in Bronze gegossen, damit es jedem Wetter standhält. „Samen, die einmal eingepflanzt worden sind, kann man nicht am Wachsen hindern. Man kann Menschen töten, aber Ideen sterben nicht. Die Samen der Freiheit sind in die Herzen des iranischen Volkes eingepflanzt, so wie die Pflanzen in ,Jinas Beet‘ wachsen“, ließ eine der beiden Künstlerinnen damals verlesen.

Die Skulptur wurde in Bronze gegossen und neu errichtet.
Die Skulptur wurde in Bronze gegossen und neu errichtet.

Vor drei Jahren fühlte sich das iranische Konsulat durch die Installation provoziert, reichte Beschwerde gegen das (Wider–)Standbild auf öffentlichem Grund ein – wegen „Beleidigung“. Da die Skulptur jedoch damals wie heute von der Bezirksversammlung unterstützt wurde, kam das Konsulat nicht weiter. Der Antrag wurde von allen sieben Parteien der Bezirksversammlung eingereicht, bis auf die AfD. Im März wurde diese beschlossen, trägt nun den Namen „Jinas Beet“ und wurde aus Bezirksmitteln mit 30.000 Euro unterstützt.

„Mit der neu gestalteten Skulptur „Jinas Beet“ setzen wir ein Zeichen der Hoffnung und der Solidarität mit der iranischen Zivilbevölkerung und der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit““, erklärte Isabel Permien, Grünen-Politikerin im Bezirk Hamburg-Nord. „Ihr Einsatz für Freiheit und Menschenrechte ist weder vergebens noch vergessen! Möge der zukünftige Jina-Mahsa-Amini-Park ein Ort der friedlichen Begegnungen und der Hoffnung auf einen freien Iran sein!“

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Die Polizei begleitete die Einweihung, die blieb aber ohne besondere Vorkommnisse, wie ein Sprecher auf MOPO-Anfrage erklärte.