Hamburg bekommt zentralen Gedenkort für die Opfer der Sturmflut 1962
224 Gedenkpaletten für die Opfer: Mehr als 60 Jahre nach der verheerenden Sturmflut von 1962 soll in Wilhelmsburg ein neues Denkmal entstehen.
Der Plan: An den Stufen der Deichinnenseite der Harburger Chaussee werden insgesamt 224 witterungs- und tidebeständige Gedenkplaketten aus Schmuckzinn angebracht – eine für jedes bekannte Opfer der Sturmflut. Die etwa zehn mal fünf Zentimeter großen Tafeln sollen Namen und Sterbealter sowie das Logo der Flutmarke von 1962 tragen. Auch familiäre Zusammenhänge sollen nach Informationen der Grünen Bezirksfraktion Hamburg-Mitte dabei sichtbar gemacht werden.
Denkmal für Opfer der Sturmflut 1962
Zusätzlich sollen die Stirnseiten der Deichstufen bis zur damaligen Deichhöhe von 5,30 Metern mit dem Logo der sogenannten Flutmarken markiert werden – sie soll von der Straße aus erkennbar sein. Das Logo besteht aus dem Schriftzug „Flut“ und der Jahreszahl 1962. Dazwischen markiert eine waagerechte Linie den damaligen Wasserstand. Diese Schilder sind an vielen Hausfassaden, Mauern und Brückenpfeilern in Wilhelmsburg angebracht und sollen daran erinnern, wie hoch das Wasser damals stand.

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Diagnose Krebs: Hamburgerin wirft UKE Behandlungsfehler vor
- Straftaten: Hamburg wird sicherer – aber nicht für Frauen
- Hamburgs Super-Recognizer: Der Mann, der sich Tausende Gesichter merken kann
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: HSV-Liebling Otto Stange (19) über seine Rückkehr
- 28 Seiten Plan 7: Im Kino wird’s jetzt richtig heiß! Und: Ausgeh-Tipps für jeden Tag
Beschlossen hatte die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte den Bau des Gedenkorts am Spreehafen auf Antrag von SPD, Grünen und FDP am 11. Dezember. Das Projekt wird mit Unterstützung der Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg umgesetzt.

Das gemeinsame Ziel: ein dauerhaftes, gut sichtbares Erinnerungszeichen im öffentlichen Raum schaffen. Theresa Rothberg, Fraktionsvorsitzende der Grünen, spricht von der Sturmflut als einem Ereignis, das die Stadt bis heute präge und sowohl ihre „Verletzlichkeit“ als auch ihre „Stärke“ offenbart habe.
Das könnte Sie auch interessieren: So schick sieht „bezahlbarer“ Wohnungsbau jetzt in Hamburg aus
Die SPD-Abgeordnete Kesbana Klein hebt hervor, dass die Flut für Wilhelmsburg „kein abstraktes Kapitel der Stadtgeschichte“ sei, sondern viele Familien bis heute präge. Das Denkmal soll nicht nur an die Katastrophe erinnern, sondern die einzelnen Schicksale der Betroffenen in den Mittelpunkt stellen. (mp)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.