Hamburg
Hafenlärm, Osterstraße und Olympia-Aus: Hamburger Bezirkschefs beim N Klub
Die Bezirkschefs von Eimsbüttel und Hamburg-Mitte geben beim N Klub einen Ausblick auf die größten Projekte und äußern sich deutlich zum Olympia-Aus.
„Morgens weiß man nie, was man bis abends alles erlebt hat“, sagt Ralf Neubauer (SPD), Bezirkschef von Hamburg-Mitte, über seinen Arbeitsalltag. Im Bezirk Eimsbüttel mag es zwar etwas ruhiger zugehen, aber laut Bezirkschef Christian Zierau (parteilos) nicht weniger „bunt“. Mit N Klub-Gastgeber Lars Meier haben sie am Mittwochabend in der Villa Viva auch besprochen, was Neubauer den Bewohnern der HafenCity zu sagen hat, die sich über Schiffslärm beschweren, und wie Zierau zur Baustelle in der Osterstraße steht.
„Wofür sind Bezirksämter denn zuständig, wenn sie nicht nur Handlanger des Senats sind?", wirft Meier provokativ ein. Das Wort Handlanger wollen die Bezirkschefs aber nicht hören: „Wir sind die Durchführungsbehörde und setzen um“, sagt Neubauer. Die Bezirksämter seien etwa für Aufgaben wie Bauen, Stadtplanung, Wirtschaft oder Klimaschutz zuständig.
„Wie viel Freude habt ihr denn damit?“, will Meier wissen. Bezirkschef Zierau wirft ein, er komme ursprünglich aus Berlin und war lange in Kiel, da habe Hamburg „schon richtig was losgemacht“. Eimsbüttel sei der mit am dichtesten bebaute Bezirk, das sei schon äußerst anspruchsvoll.
Baustellen von Osterstraße bis Elbtower
Meier kommt auf die Fernwärme-Baustelle an der Osterstraße zu sprechen und will wissen, wie das eigentlich koordiniert wird. „Im Prinzip ist es einfach erklärt: Baustelle ist immer Zukunft“, sagt Zierau. In der Ostertstraße gebe es aber Besonderheiten, weil sich der U-Bahntunnel nicht dort befand, wo er im Bauplan eingezeichnet ist. Darum werde nun Stück für Stück gebaut.
„Ihr lasst die Probleme einfach so groß werden, dass sie am Ende ein Problem des Senats werden — zum Beispiel der Elbtower”, sagt Meier an Neubauer gewandt. Aber was sind denn die praktischen Probleme im Job, will er wissen.
„Das ist eine große Frage. Der Elbtower ist übrigens schon immer in der Zuständigkeit des Senats gewesen, da bin ich auch nicht traurig drum“, kontert Neubauer. Ein wichtiges Thema für ihn sei der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft, weil die Polarisierung immer weiter um sich greife. Dafür müssten die Ämter auch schneller werden und die Entbürokratisierung vorantreiben, so Neubauer weiter.
N Klub in Hamburg: Beschwerden über Hafenlärm in der HafenCity
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„Viele sehen nur noch die eigene Perspektive“, so Neubauer. Neulich sei er bei einer Diskussion in der HafenCity gewesen, wo sich viele Anwohner über den Hafenlärm und die Schiffe beschwert hätten. „Das sind Dinge, die ich nicht mehr so richtig ernst nehmen kann.” Man müsse wieder mehr das große Ganze sehen.
Bezirkschef Zierau sagt, er sei in seiner bislang fünfmonatigen Amtszeit noch nicht an seine Grenzen gestoßen. „Man muss öfter mal zum Telefonhörer greifen und dann lässt sich vieles schon klären“, sagt er. Dafür fehle aber leider häufig die Zeit.
Schließlich kommt Meier auch auf das Olympia-Aus zu sprechen und will wissen, wie man das Vertrauen der Bürger zurückholen kann. „Jetzt weiß man, man hätte es besser gelassen“, sagt Neubauer. „Wir müssen die Schwarzbrot-Themen, die Basics besser hinbekommen, das geht schon bei der Frage los, wie schnell das Elterngeld kommt”, so Neubauer. „Wir müssen uns aber auch ehrlich machen: Was kann der Staat und was nicht?”
Haspa-Nachhaltigkeitspreis vergeben
Der „Haspa Nachhaltigkeitspreis“ ging diesmal an das „Gartendeck St. Pauli”, ein gemeinschaftliches Gartenprojekt, das auch gemeinsame Yoga-Stunden und Koch-Sessions anbietet. Mit den 2500 Euro wollen die Initiatoren ein zweites Gewächshaus bauen.
Der N Klub fand zum 59. Mal statt und zum zweiten Mal in der „Villa Viva“ in Hammerbrook. Die Idee: Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich Nachhaltigkeit bilden Netzwerke mit engagierten Menschen aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Zivilgesellschaft.
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