Großprojekte mit 88 – wie sichert Kühne seine Oper ab?

Kommt hier eine Oper hin? Klaus-Michael Kühne will der Stadt ein zweites Opernhaus am Rand der HafenCity „schenken“.
Kommt hier eine Oper hin? Klaus-Michael Kühne will der Stadt ein zweites Opernhaus am Rand der HafenCity „schenken“.

Hamburgs neue Oper soll sich „wie eine elegante Seerose“ in die HafenCity einfügen: Am Donnerstag präsentierte die Stadt die Gewinner des Architekturwettbewerbs für das durchaus umstrittene „Geschenk“ des Milliardärs Klaus-Michael Kühne. Wenn alles klappt, könnte der Bau im Jahr 2030 losgehen. Aber was passiert eigentlich, wenn der inzwischen 88-Jährige vorher stirbt?

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher sprach bereits von einem „weiteren Wahrzeichen“ für die Stadt. Gewagte Worte angesichts der vom Baakenhöft nicht weit entfernten Elbtower-Ruine, die 2018 auch einmal als „Wahrzeichen“ angekündigt worden war. Nach mehr als zwei Jahren Stillstand und der Insolvenz des ursprünglichen Bauherrn Signa soll es dort jetzt immerhin weitergehen.

Neue Oper für Hamburg: Kostenrisiko trägt nicht die Stadt

Etwas Vergleichbares soll bei der Oper nicht passieren. Immer wieder betonten Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) und Kultursenator Carsten Brosda (SPD), dass das Risiko für eine eventuelle Kostensteigerung nicht bei der Stadt liege. Hamburg beteiligt sich „nur“ mit festgelegten 147,5 Millionen Euro am Neubau und richtet das Grundstück am Baakenhöft für 104 Millionen Euro her.

Blick auf die geplante Kühne-Oper, im Hintergrund die Elbbrücken und der nicht fertigestellte Elbtower.
Die Visualisierung zeigt die geplante Kühne-Oper. Im Hintergrund die Elbbrücken und der nicht fertiggestellte Elbtower.

Anfang Februar hatten Kühne sowie die Stadt Hamburg den Vertrag zum Bau einer neuen Oper unterschrieben. Stimmt die Bürgerschaft zu und entscheidet sich der Bauherr voraussichtlich 2028 nach Abwägung der Kosten endgültig für das Vorhaben, könnte es damit im Jahr 2030 losgehen. Vier Jahre später würde das Gebäude fertig sein und laut Vertrag in das Eigentum der Stadt übergehen. Aber was, wenn der 88-jährige Milliardär vorher stirbt?

Vermögen von Kühne geht nach seinem Tod in die Stiftung

Tatsächlich hat die Stadt den Vertrag ja nicht mit Klaus-Michael Kühne persönlich, sondern mit seiner Stiftung geschlossen. Deshalb müsste Hamburg auch im Fall eines plötzlichen Ablebens des Mäzens wohl nicht um die Fertigstellung der Oper fürchten. Stiftungen sind grundsätzlich so konzipiert, dass sie nach dem Tod des Gründers oder Stifters weiter bestehen können.

Oper
So soll der Saal der neuen Oper von innen aussehen.

In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erklärte Kühne bereits, dass das Vermögen seiner Holding mit rund 35 Milliarden Euro nach seinem Tod in die Stiftung übergehen soll. „Das wird eine der größten Stiftungen Europas“, sagte er damals. Durch die Ansiedlung der Stiftung in der Schweiz profitiert Kühne von einem dort vergleichsweise niedrigen Steuersatz – sowohl bei der Vermögenssteuer als auch bei Erbschafts- und Schenkungssteuern.

Derzeit ist Kühne selbst Präsident der Stiftung, in dem zwölfköpfigen Stiftungsrat sitzen außerdem der frühere Bundesbankpräsident Jens Weidmann und der ehemalige Hapag-Lloyd Vorstand Michael Behrendt. Als seinen Nachfolger hat Kühne seinen Anwalt und langjährigen Vertrauten Thomas Staehelin bestimmt. Eine Langzeitlösung ist das allerdings nicht, da Staehelin selbst bereits 78 Jahre alt ist.