Die „Quengelzone” an einer Supermarktkasse. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Angebote untersucht. (Symbolbild)

Die „Quengelzone” an einer Supermarktkasse. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Angebote untersucht. (Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa/Marcus Brandt

Großer Test: Wie Supermärkte Süchtige gefährden – und Eltern quälen

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Jetzt nur noch schnell den Einkauf bezahlen – und dann wartet an der Kasse nicht nur die Schlange, sondern auch die Versuchung: Süßigkeiten, Tabak, Vapes und Alkohol. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat 22 Supermärkte, Discounter, Biomärkte und Drogerien untersucht. Insgesamt wurden dort 82 Kassenbereiche unter die Lupe genommen. Das klare Ergebnis: Vor allem ungesunde und suchtfördernde Produkte findet man in der Auslage – gesunde Alternativen sind selten.

Besonders Süßwaren sind fast überall präsent. An mehr als 80 Prozent der untersuchten Kassen lagen entsprechende Produkte, bei sechs von elf überprüften Handelsketten sogar an jeder Kasse. Nur die Drogeriekette dm fällt laut Stichprobe aus dem Muster: Dort wurden weder Süßigkeiten noch sonstige Lebensmittel im Kassenbereich angeboten. „An Regalen, die einen in Versuchung führen, kann man vorbeigehen, an der Kasse müssen wir alle stehen“, sagt Jana Fischer von der Verbraucherzentrale Hamburg. Für Eltern mit Kindern oder Menschen mit Suchterkrankungen sei das besonders schwierig.

Verbraucherzentrale: Tabak und Alkohol an vielen Kassen griffbereit

Auch Tabakwaren gibt es an vielen Kassen. Während die Biomärkte Denn’s und Alnatura sowie dm keine Tabakwaren anbieten, gehören Zigaretten, Zubehör und Vapes in vielen anderen Geschäften an der Kasse zum Sortiment. Im Schnitt fanden die Verbraucherschützer solche Produkte an mehr als der Hälfte aller untersuchten Kassen. Bei Penny und Aldi lag der Anteil sogar bei 100 Prozent.



Und auch Alkohol steht häufig griffbereit im Kassenbereich. Nur Budni, dm, Rossmann und Alnatura verzichten vollständig darauf. In allen anderen untersuchten Geschäften fanden sich alkoholhaltige Getränke an den Kassen. Besonders auffällig ist laut Marktcheck erneut Penny: Dort wurde Alkohol an sämtlichen überprüften Kassen angeboten.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Kassenbereiche überprüft. Das ist das Ergebnis. Verbraucherzentrale Hamburg
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Kassenbereiche überprüft. Das ist das Ergebnis.
Die Verbraucherzentrale Hamburg hat Kassenbereiche überprüft. Das ist das Ergebnis.

Gesunde Snacks dagegen? Eher Fehlanzeige. Nur vier von elf Händlern hatten Alternativen wie Nüsse oder Nuss-Frucht-Mischungen im Angebot.

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Die Verbraucherzentrale kritisiert deshalb die Verkaufsstrategie des Handels. Studien belegten, dass Produkte häufiger gekauft werden, wenn sie besonders sichtbar platziert sind oder länger im Blickfeld bleiben – wie eben beim Warten an der Kasse. „Der Handel sollte Menschen dabei unterstützen, sich gut zu ernähren, statt gezielt Kaufanreize für ungesunde Produkte zu setzen“, fordert Fischer. Kritisch sieht sie auch, dass vor allem Discounter solche Produkte häufig im Kassenbereich präsentieren. (mp)

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