Große Pläne für diesen Hamburger Stadtteil – so viel Neues gibt es schon
Ganz schön grün, dieser Stadtteil, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht. Wer mit Stellingen bisher nur eine Autobahnausfahrt oder Hagenbecks Tierpark verbunden hat, entdeckt jenseits der Kieler- und der Koppelstraße eine Garten- und Parklandschaft. Nur ein richtiges Zentrum fehlt dem Stadtteil. Das soll nach dem Willen der Stadtplaner bald anders werden.
Landschaftlich reizvoll
Hügel, ein plätschernder Fluss, grüne Wiesen – die Stellinger Schweiz hat ihren Namen verdient. Auch wenn es nur leicht bergauf geht, ist ein Mountain- oder E-Bike hier von Vorteil. Ein Besuch lässt sich gut mit einer Wanderung entlang des Kollau-Wanderwegs verbinden. Hügelig geht es im Amsinck Park gegenüber von Hagenbecks Tierpark,weiter. Kaufmann Wilhelm Amsinck hatte 1868 auf dem Gelände ein Wohnhaus als Sommersitz errichten lassen. Gebäude und Baumbestand erinnern an den Jenischpark, nur dass hier alles eine Nummer kleiner ist. Die Villa wird als Kita genutzt – der Park dazu ist ein perfekter Spielplatz für die Kinder.
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Rhododendron-Garten
Wer ein Stück weiter in Richtung Lokstedt am Kollau-Wanderweg entlanggeht, kommt am versteckten Lüttge Garten vorbei, der am 10. und 31. Mai von 15 bis 18 Uhr mit Kunst, Musik, Kuchen und Kaffee und Honigverkauf zur Rhododendronblüte öffnet (Liethwisch 1, Haltestelle Hagendeel). Regulär ist der sehenswerte Garten nur dienstags ab 16 Uhr geöffnet. Gustav Lüttge zählt zu den bekanntesten deutschen Gartenarchitekten der Nachkriegszeit und hat auch den Alsterpark entworfen. Ein paar Schritte weiter, in der Nähe von blühenden Kleingärten, steht das Kutscherhaus, entworfen vor 125 Jahren vom Hamburger Rathaus-Architekten Martin Haller. Das Haus steht seit Jahren leer und ist vom Verfall bedroht. Ob es abgerissen wird, ist noch nicht endgültig entschieden.
Neue Mitte
Der erste Eindruck von Stellingen: wenig einladend. Wo ist überhaupt das Zentrum dieses Stadtteils? Das über 100 Jahre alte Rathaus sieht zwar beeindruckend aus, ringsum ist aber nicht viel los. Das könnte bald anders werden. So soll das heruntergekommene Einkaufszentrum an der Kieler Straße endlich abgerissen werden. Seit Jahren sind die sogenannten „Glaskästen“ ein vermüllter Schandfleck. Die vom renommierten Hamburger Architekt Werner Kallmorgen in den 1960er Jahren entworfenen Pavillons verfallen nach zehn Jahren Leerstand und sollen durch ein neues Wohn- und Gewerbequartier ersetzt werden. Streitigkeiten über die Höhe eines Neubaus verzögern dieses Vorhaben immer wieder. Außerdem beginnt in diesem Jahr in Stellingen ein Projekt des Hamburger Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE). Der Stadtteil wird damit mindestens zehn Jahre in seiner Entwicklung gefördert.
Park über der Autobahn
Dass sich im Viertel schon einiges geändert hat, lässt sich bei einem Spaziergang entdecken. Neue familienfreundliche Wohnquartiere sind zwischen Basselweg und Sportplatzring entstanden, weitere sollen folgen. Der Autobahndeckel über der A7 sorgt seit zwei Jahren mit Kleingärten, Spiel- und Erholungsflächen für mehr Lebensqualität im Stadtteil. Auch gastronomisch tut sich etwas – das Café und Restaurant Pastorale neben der Stellinger Kirche hat neu eröffnet –, ein schöner, ruhiger Platz, um drinnen oder draußen in der Sonne zu sitzen.
Turm zum Wohnen
Der Eimsbütteler Stadtpark liegt eigentlich in Stellingen und hier steht auch der 47,59 Meter hohe Wasserturm, der Anfang der 1980 Jahre zu einem Wohnturm mit elf Eigentumswohnungen inklusive Fahrstuhl umgebaut wurde und das Wahrzeichen des Stadtviertels ist. Hinter dem Turm können Radfahrer auf der Radroute 2 von Eidelstedt über Stellingen in die City fahren.
Kirche mit Kuppeln
Blaue Kuppeln, weiße Mauern – die russisch-orthodoxe Kirche an der Hagenbeckstraße fällt schon von weitem auf. Benannt wurde sie nach dem Lübecker Kaufmann Prokop, der vor 700 Jahren sein Vermögen den Armen schenkte.