Große Emotionen und ein wichtiges Foto: So läuft die Einbürgerungsfeier im Rathaus ab

Einbürgerung
Die Einbürgerungsfeier im Großen Festsaal des Rathauses, kurz bevor die Nationalhymne erklingt.

Ehrfürchtig betreten die rund 320 Neubürger mit ihren Angehörigen das Hamburger Rathaus. Überall Anzüge, Hemden und Kleider – für diesen Tag haben sie sich besonders schick gemacht. Die Einbürgerung ist für viele Hamburger mit Migrationshintergrund ein besonderes Ereignis im Leben. So manche Prüfung mussten sie dafür bestehen – nicht nur auf dem Papier. Jährlich heißt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) einige von ihnen zu Einbürgerungsfeiern im Rathaus willkommen – und wird dabei belagert wie ein Popstar.

Immer wieder bleiben die Rathausgäste stehen, um Fotos zu schießen: im Foyer, auf der imposanten Marmortreppe mit dem dicken roten Teppich oder vor einem großen Anker in Schwarz-Rot-Gold, der extra heute aufgestellt wurde. Manche telefonieren sogar kurz per Video mit den Verwandten im Ausland.

„Hamburg. Mein Hafen. Deutschland. Mein Zuhause“, lautet das Motto der Einbürgerungsfeiern der Stadt. Fast 10.000 Hamburger haben in diesem Jahr schon die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten – jetzt gehören sie dazu. Am Ende der Feier könnte es hektisch werden, warnt uns eine Rathaus-Mitarbeiterin vor. Was sie damit meint, erfahren wir noch.

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Tschentscher übergibt Urkunden persönlich

Seit 2006 sind die Einbürgerungsfeiern im Rathaus Tradition. Mehrmals im Jahr empfängt der Bürgermeister Hunderte Neubürger und übergibt exemplarisch einige Einbürgerungsurkunden persönlich. Diesmal im Publikum: Menschen wie die Friseurin Fahine Afshar (30) aus Afghanistan, die schüchtern neben ihrem Mann sitzt, der ganz stolz auf sie ist, oder Marie Ijore Camara (46) aus dem Senegal, die fröhlich lächelnde Altenpflegerin, die ihren erwachsenen Sohn mitgebracht hat.

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Die gröbste Anspannung fällt direkt ab, als der Unterstufenchor „Young ClassX“ des Gymnasiums Lohbrügge das erste Lied „Singen macht Spaß“ anstimmt. „Das ist eine wichtige Entscheidung für Ihr zukünftiges Leben, über die wir uns sehr freuen“, sagt anschließend der Bürgermeister in seiner Rede.

Hektik nach der Nationalhymne im Rathaus

Im Großen Festsaal des Rathauses mit den goldenen Kronleuchtern herrscht aufmerksame Stille. Tschentscher zählt bekannte Hamburger mit Migrationshintergrund auf, wie Moderator Yared Dibaba oder Tennis-Star Alexander Zverev, und erinnert an die Werte des Grundgesetzes. „Vielleicht sagen Sie irgendwann: Hamburg ist meine Heimat, auch wenn Sie die in einem anderen Land haben.“

Stolz und Rührung sind den Neubürgern auf der Bühne deutlich ins Gesicht geschrieben, als sie ihre Urkunden vom Bürgermeister erhalten. Am Ende stehen alle im Saal von ihren Plätzen auf für die deutsche Nationalhymne.

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Obwohl danach niemand anpfeift, bricht ähnlich wie im Fußballstadion die angekündigte Hektik aus und alle drängen nach vorn. Das Ziel: ein Foto mit dem Bürgermeister. Damit niemand lange am Handy hantieren muss, stellt das Rathaus extra einen Fotografen bereit. Schließlich endet der Tag mit Häppchen und Getränken, bei denen sich die rund 450 Rathaus-Gäste viel zu erzählen haben – darunter 320 glückselige Neubürger.