Grill-Unfall am See: Kleiner Junge schwer verletzt – Zeugen gesucht

Der Junge trat am Eichbaumsee barfuß in einen Haufen Grillkohle und zog sich dabei schwere Verletzungen zu.
Der Junge trat am Eichbaumsee barfuß in einen Haufen Grillkohle und zog sich dabei schwere Verletzungen zu.

Dieser Schrei war markerschütternd: Ein kleiner Junge ist am Samstag am Eichbaumsee (Allermöhe) barfuß in einen Haufen achtlos entsorgter Grillkohle getreten. Dabei wurde der Zweijährige schwer verletzt. Seine Mutter sucht nun nach Zeugen.

Es sollte ein entspannter Sommertag am See werden. Gemeinsam mit einer befreundeten Familie waren Svenja E. und ihr Sohn am Samstag an den Eichbaumsee in Allermöhe gefahren. Picknick, baden, spielen – das war der Plan.

Eichbaumsee: Kleinkind tritt barfuß in glühende Grillkohle und verletzt sich schwer

Doch um 15.30 Uhr passierte etwas, das den kleinen Jungen vielleicht noch sein Leben lang beschäftigen wird: Er lief in ein Gebüsch ganz in der Nähe der Stelle, wo die Familien sich mit Handtüchern und Decken am oberen Strandabschnitt ausgebreitet hatten.

Schwere Brandwunden am Fuß des Jungen
Schwere Verbrennungen: Nach dem Unfall bildeten sich Brandwunden am Fuß des kleinen Jungen.

„Plötzlich hörte ich meinen Sohn laut schreien: ,Aua, mein Fuß!’”, sagt Svenja E. Zunächst dachte die Mutter noch, ihr Junge sei vielleicht umgeknickt. Doch bald entdeckten sie und die Freunde in dem Gebüsch eine Ladung glühender Grillkohle.

In unmittelbarer Nähe sei eine andere Familie gerade dabei gewesen, ihre Sachen zusammenzupacken. „Nach unserer Wahrnehmung hatte der Mann dieser Familie die glühende Grillkohle zuvor einfach am Gebüsch im Sand entleert – ohne Wasser darüberzuschütten oder die Kohle anderweitig zu löschen“, sagt Svenja E.

Ein Rettungswagen brachte das verletzte Kind ins Krankenhaus

Die 40-Jährige rannte mit ihrem Sohn zum Wasser und anschließend zu einem in der Nähe befindlichen Café, um den Fuß zu kühlen. „Dabei wurden die schweren Verbrennungen zunehmend sichtbar“, berichtet die Mutter. Die Haut unter den Füßen ihres Sohnes sei weiß verbrannt gewesen. „Er schrie und wand sich vor Schmerzen“, erzählt sie noch immer geschockt.

Die Füße des Zweijährigen nach den Operationen.
Die Füße des Zweijährigen nach den Operationen.

Während sie selbst sich um das Kind kümmerte, hätten die Freunde die Familie zur Rede gestellt, die als einzige vorher gegrillt hätte. Die Familie habe seltsam reagiert und jede Schuld von sich gewiesen. Die Freunde hätten dann aus Sorge um andere Kinder oder Badegäste das Feuer mit Wasser und Sand gelöscht.

Der Zustand des Jungen verschlechterte sich derart, dass Svenja E. den Rettungsdienst alarmierte, der den Zweijährigen ins Kinderkrankenhaus Wilhelmstift brachte. Dort wurden Verbrennungen zweiten Grades an beiden Fußsohlen festgestellt.

Schwere Verbrennungen: Junge (2) muss zweimal operiert werden

„Mein Sohn musste zweimal unter Narkose operiert werden“, sagt die Mutter. „Wir verbrachten mehrere Tage im Krankenhaus. Bis heute kann er nicht laufen, hat starke Schmerzen und die Heilung wird nach aktuellem Stand noch mehrere Wochen dauern.“ Zwischenzeitlich habe sogar eine Hauttransplantation im Raum gestanden. Die Ärzte können dauerhafte Brandnarben sowie Nervenschäden unter dem rechten Fuß nicht ausschließen.

Als sie wieder zu Hause waren, ging Svenja E. zur Polizei und erstattete Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen Unbekannt. Da sie sich nur noch erinnert, dass der Mann tätowiert war, ein schwarzes T-Shirt und kurze dunkle Haare trug, und dass er mindestens ein Kind – einen Sohn zwischen zehn und 15 Jahren – hatte, hofft sie nun, dass andere Badegäste genauere Personenbeschreibungen abgeben können. Die Familie habe nur etwa eine halbe Stunde die Aufmerksamkeit der Strandbesucher auf sich gezogen, als der Mann mit einem anderen Mann in Streit geriet und diesem Schläge androhte.

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„Wir bitten mögliche Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Angaben zu der Familie machen können, sich bei der Polizei zu melden“, sagt Svenja E. Vor allem aber appelliert sie an alle Badegäste, egal wo in Hamburg: „Bitte entsorgen Sie Grillkohle niemals unbeaufsichtigt oder glühend im Sand oder in der Natur. Löschen Sie Kohle immer gründlich mit Wasser und bedecken Sie sie zusätzlich mit Sand. Gerade an Badeseen laufen viele Kinder barfuß.“