Hamburg

Eppendorf/Winterhude

Greift Tschentscher noch ein? Für diese Radroute sollen viele Parkplätze wegfallen

Die Goernestraße in Eppendorf soll künftig zur Fahrradstraße umgebaut werden.
Die Goernestraße in Eppendorf soll zur Fahrradstraße umgebaut werden.

Links und rechts parkende Autos, viele Bäume, enge Gehwege: So kennt man die Goerne- und Klärchenstraße in Eppendorf/Winterhude. Doch dieses Bild soll sich bald deutlich verändern. Nach ersten Plänen entsteht hier eine „unechte Fahrradstraße“. Außerdem könnten insgesamt 33 Parkplätze wegfallen. Greift dort noch der von der SPD viel gelobte „Masterplan Parken“?

Im Detail betreffen die Planungen den östlichen Teil der Goernestraße (Eppendorf), der dann über die Goerne- und Klärchenbrücke in die Klärchenstraße (Winterhude) übergeht. Besonders im Frühling und Sommer sind hier sehr viele Fahrradfahrer und Fußgänger unterwegs. Der angrenzende Leinpfad, der in Richtung Außenalster führt, ist bereits im Jahr 2017 zur Fahrradstraße umgebaut worden.

Eppendorf/Winterhude: Bezirk plant neue Fahrradstraße

Nun sollen auch die Goerne- und Klärchenstraße nach den Plänen des Bezirksamtes Hamburg-Nord zur Fahrradstraße werden. Genauer gesagt: zu einer „unechten Fahrradstraße“. Das heißt, Autos dürfen weiterhin mit Tempo 30 fahren – Radfahrer haben jedoch Vorrang und dürfen künftig ausdrücklich nebeneinander unterwegs sein.

Der östliche Bereich der Klärchenstraße bleibt für Autos weiterhin eine Einbahnstraße. Der bisherige Radweg entfällt dort, Radfahrer können dafür durchgehend auf der Fahrbahn in beide Richtungen fahren. An kreuzenden Nebenstraßen, wie der Heilwigstraße oder der Willistraße, hat die Fahrradstraße künftig Vorfahrt – nur am Leinpfad bleibt die bestehende Regelung.

Die Gehwege sollen auf zwei bis 2,65 Meter verbreitert werden. Außerdem sind zehn neue Sitzbänke und 32 Fahrradbügel geplant. Bäume werden für die Umbauarbeiten nicht gefällt, dafür fünf neue gepflanzt. Während die Goernebrücke unverändert bleibt, werden auf der Klärchenbrücke Fahrbahn und Gehwege erneuert. Dort wird Parken künftig nicht mehr erlaubt sein.

Neue Fahrradstraße: Das ist für die Parkplätze geplant

Und damit geht es auch direkt zum oft emotional diskutierten Thema Parkplätze: Im Planungsgebiet gibt es derzeit offiziell 148 Stellplätze – in der Realität wird jedoch häufig auch kreuz und quer vor Bäumen oder Kreuzungen geparkt.

In der Goernestraße soll das Parken auf beiden Seiten erhalten bleiben.
In der Goernestraße soll das Parken auf beiden Seiten erhalten bleiben.

In der Goernestraße bleibt das Längsparken auf beiden Seiten erhalten. Im westlichen Abschnitt der Klärchenstraße darf künftig jedoch nur noch auf einer Seite geparkt werden – beidseitiges Parken würde laut Bezirksamt die Mindestbreite für Gehwege und Sicherheitsabstände zwischen Autos und Radfahrern unterschreiten. Im östlichen Teil der Klärchenstraße ist dann wieder Parken auf beiden Seiten erlaubt. Insgesamt entfallen so laut den Planungen insgesamt 33 Stellplätze.

Greift bei diesem Projekt der „Masterplan Parken“ ein?

Müsste hier nicht eigentlich der von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) forcierte „Masterplan Parken“ greifen? Dieser wurde nach der Bürgerschaftswahl im Februar beschlossen. Das Ziel: Sämtliche Stellplätze in der Stadt erfassen und alle Umbauprojekte, bei denen Parkplätze wegfallen, erneut überprüfen. Bislang wurden 50 größere Straßenprojekte dahingehend kontrolliert, von denen 20 jetzt noch einmal zugunsten der Parkplätze umgeplant werden, zum Beispiel am Friedrich-Frank-Bogen in Bergedorf.

Für die Goerne- und Klärchenstraße lautet die Antwort: vielleicht. Zunächst können verschiedene Stellen Stellung nehmen – darunter Straßenverkehrsbehörden, Denkmalschutzamt, ADFC, Fuß e.V. und die Bezirkspolitik. Diese Anmerkungen werden laut Kaja Weber, Bezirkssprecherin von Hamburg-Nord, anschließend eingearbeitet.

Daraus entsteht die sogenannte „Schlussverschickung“, also der finale Plan. Erst dann wird das Projekt bezüglich des „Masterplan Parken“ noch einmal überprüft. Losgehen soll es mit dem Umbau voraussichtlich im Jahr 2026. Die neue Radroute ist Teil des städtischen Bündnisses für den Rad- und Fußverkehr und wurde vom rot-grünen Senat in Auftrag gegeben.

Links und rechts parkende Autos, viele Bäume, enge Gehwege: So kennt man die Goerne- und Klärchenstraße in Eppendorf/Winterhude. Doch dieses Bild soll sich bald deutlich verändern. Nach ersten Plänen entsteht hier eine „unechte Fahrradstraße“. Außerdem könnten insgesamt 33 Parkplätze wegfallen. Greift dort noch der von der SPD viel gelobte „Masterplan Parken“?