Torrefaktum

Kaffee der Rösterei Torrefaktum wurde bereits mehrfach ausgezeichnet. Foto: Anke Geffers

Gourmet-Geheimtipp: Hamburger Kaffeeröster insolvent – so geht es weiter

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Sie gilt als eine der besten Röstereien der Stadt – doch jetzt steckt „Torrefaktum“ aus Ottensen in finanziellen Schwierigkeiten. Der Inhaber gibt sich aber kämpferisch.

Die Hamburger Kaffeerösterei, unter Feinschmeckern seit Jahren ein Geheimtipp, hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Hamburg eröffnete ein vorläufiges Insolvenzverfahren, ein Verwalter wurde eingesetzt. Für viele Kaffeeliebhaber kommt die Nachricht überraschend – schließlich genießt die Rösterei, die 2022 zu den besten Deutschlands zählte, einen exzellenten Ruf. Das „Abendblatt“ berichtete zuerst.

Dabei hatte der Inhaber Gerhard von Plotho erst vor gut einem Jahr große Pläne. „Ich habe die Firma vor 13 Monaten übernommen und seitdem massiv saniert. Ich habe sofort großes Potenzial gesehen. Wir haben vieles verändert und bereits eine sechsstellige Summe an Belastungen und Schulden abgebaut“, sagt er. „Wir glauben an Torrefaktum – an unsere Mitarbeitenden und an unsere Produkte.“

Corona-Rückzahlung bringt „Torrefaktum“ ins Wanken

Der Auslöser für den Insolvenzantrag sei letztlich eine hohe Rückforderung staatlicher Corona-Hilfen gewesen. „Seit Herbst wussten wir vom Rückzahlungstermin der Corona-Hilfen in Höhe von 197.000 Euro, die zum 23. April fällig werden. Seitdem haben wir immer wieder versucht, telefonisch und per E-Mail mit den Behörden in Kontakt zu treten – eine Antwort kam jedoch erst in dieser Woche. Da war es leider zu spät.“

Um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden, zog von Plotho die Reißleine: „Ich wollte mich nicht strafbar machen, etwa durch eine Insolvenzverschleppung. Deshalb haben wir eine Insolvenz in Eigenverantwortung angestrebt. Diese wurde zunächst auch genehmigt, dann aber von einem Hamburger Richter in ein reguläres Insolvenzverfahren überführt.“

Auch gestiegene Rohkaffeepreise dürften zur angespannten Lage beigetragen haben. Diese könnten laut des vorläufigen Insolvenzverwalters Thilo Streck von der Kanzlei Weiland Rechtsanwälte nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden.

Cafés bleiben geöffnet – Sorgen um einzelne Standorte

Trotz der Insolvenz sollen die drei Standorte – im Phoenixhof in Bahrenfeld, an der Bahrenfelder Straße in Ottensen und im „Zeit“-Haus (Hamburg-Altstadt) – vorerst geöffnet bleiben. Für die rund 25 Beschäftigten ist das Insolvenzgeld zunächst bis Ende Mai gesichert.

Nur an einem Standort gibt es aktuell Probleme: „Lediglich beim ,Zeit-Café‘ haben wir Umsatzeinbußen. Das liegt an der Baustelle vor dem ,Zeit‘-Verlag und daran, dass uns die Außenbestuhlung bislang nicht genehmigt wurde. Auch hier gestaltet sich die Kommunikation mit den Behörden leider schwierig. Da müssen wir uns die Entwicklung weiter anschauen“, so von Plotho.

Hoffnung auf Investoren oder Kooperationspartner

Hinter den Kulissen wird bereits an einer Lösung gearbeitet. „Wir führen sowohl Gespräche mit potenziellen Investoren als auch über Kooperationen mit anderen Unternehmen. Ich gehe davon aus, dass sich in den kommenden vier Wochen eine klare Perspektive ergeben wird.“

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Auch der Insolvenzverwalter Thilo Streck zeigt sich vorsichtig optimistisch. Die Marke sei etabliert, die Produkte gefragt – gute Voraussetzungen also für eine Fortführung.

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