Giftköder gefährden Hunde! Im Hamburger Westen geht die Angst um

Die Angst vor Giftködern in Hamburger Parks ist groß.
Ein Hund steht vor einem Schild mit einer Warnung vor Giftködern (Archivbild)

Für Besitzer kaum erkennbar, für Hunde tödlich: Gift im Hundefutter. Seit etwa einer Woche treiben mutmaßliche Hundehasser auf den Blankeneser Hundewiesen ihr Unwesen. Hundebesitzer entdeckten mit weißen Körnern gespicktes Hundefutter im Hirschpark und im Goßlers Park. In den sozialen Medien rufen Hundehalter auch im Hessepark und im Baurs Park zur Vorsicht auf. Die Polizei bestätigt wiederkehrende Funde, eine Tierärztin rät zu sofortigem Handeln.

Rauhaardackelhündin Bella konnte der Versuchung nicht widerstehen und verschlang den Gifthappen im Goßlers Park. Zu spät fand ihre Besitzerin die Plastiktüte mit vergiftetem Hundefutter im Laub. Bella musste in der Tierklinik Norderstedt notfallmäßig behandelt werden. Nun ist die Hündin außer Lebensgefahr, teilte die Blankeneser Tierärztin Gwendolien Lehmann mit. Sie leitet die Tierarztpraxis am Blankeneser Bahnhof. „Seit 15 Jahren haben wir nicht so viele tatsächliche Vergiftungen von Hunden erlebt“, erklärt sie.

Gegenüber der MOPO bestätigt sie einen Bericht des „Abendblatts“, wonach Hundehalter oft mit vermeintlich vergifteten Tieren ihre Praxis aufsuchen. „Aber meistens ist das eher Gossip“, so Lehmann. Viele Halter deuten einen harmlosen Magen-Darm-Infekt gleich als Vergiftung. Doch die Diagnosen der vergangenen Tage waren eindeutig: Vergiftung.

Gifköder können noch Tage später zu Symptomen führen

Sofort, Stunden oder sogar Tage später können Vergiftungssymptome auftreten, erklärt die Bundestierärztekammer. Je nach Gift und Dosis können sie variieren, von starkem Speicheln und Zittern über Erbrechen und Durchfall bis zu Atembeschwerden und Atemnot. Täter benutzen meist Blausäure oder Rattengift.

Doch auch Schneckenkorn und Xylit werden häufig als Giftköder verwendet. Ein betroffener Hundebesitzer vermutet nach dem Besuch des Tierarztes: Köder auf der Hundewiese im Goßlers Park waren mit Schneckenkorn und Xylit gespickt. Sein Dackel hatte einen Köder gefressen und musste tierärztlich versorgt werden.

Immer wieder verteilen Hundehasser Giftköder

Im Februar hatten sich in Bramfeld ähnliche Fälle ereignet. Ein Täter soll dort schon seit vier Jahren zahlreiche Tiere mit Rattengift vergiftet haben – die Bewohner setzten ein Kopfgeld aus, auch die MOPO berichtete. „Dass der Polizei mutmaßliche Giftköder gemeldet werden, kommt regelmäßig vor. Diese Meldungen reichen von gefundenen Essensresten über bewusst zum Füttern ausgelegtes Tierfutter bis hin zu mutmaßlich oder tatsächlich präparierten Lebensmitteln“, erklärt die Polizei Hamburg gegenüber MOPO.

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Sie rät Hundebesitzern, verdächtige Köder nicht zu berühren und umgehend die Polizei zu informieren – auch wenn Symptome erst zeitverzögert auftreten. Auch Tierärztin Lehmann appelliert an Hundebesitzer: „Verlieren Sie keine Zeit! Zeit ist in diesem Fall lebensrettend!”