Hamburg

Gift und viele Überraschungen: Großbaustelle in Eimsbüttel wird noch später fertig

Die Baustelle an der Osterstraße besteht schon deutlich länger als geplant (Archivbild).

Zum zweiten Mal ist in diesem Jahr das Osterstraßenfest wegen der Großbaustelle ausgefallen. Während der Arbeiten häufen sich die Probleme.

Ärger unter der Erde: Die Bauarbeiten für die Fernwärmeleitungen an der Osterstraße sollten eigentlich schon Ende letzten Jahres abgeschlossen sein. Jetzt ziehen sie sich wohl noch bis in den Herbst hinein. Eine aktuelle Antwort der Umweltbehörde gibt Einblicke, was während der Bauarbeiten bisher alles zu Problemen führt – und das ist eine ganze Menge. Für die örtlichen Geschäftsinhaber ist das keine gute Nachricht. Auch auf die Frage, ob Hilfen geplant sind, antwortet die Behörde.

Die Umweltbehörde nennt es eine „ungewöhnliche Häufung nicht vorhersehbarer Randbedingungen und Restriktionen“. Dahinter verbirgt sich eine ganze Liste von Problemen, die wohl erst während der Bauarbeiten zutage traten.

Die Arbeiter fanden plötzlich Leitungen und alte Fundamente im Boden, die wohl vorher nicht dokumentiert waren. Das führte zu „aufwendigen Um- und Neuplanungen“, so die Behörde.

Baustelle Osterstraße: Schadstoffe im Beton

Nach der Öffnung der Straße fand man heraus, dass der vorhandene Schutzbeton des U-Bahntunnels darunter mit Schadstoffen belastet war. Also musste er vollständig entfernt werden. Auch die Abdichtung und die Tunneloberfläche mussten erneuert werden.

Tiefer Graben an der Kreuzung Osterstraße und Heußweg in Eimsbüttel, Arbeiter in Warnkleidung daneben.
Bei den Bauarbeiten in der Osterstraße werden neue Fernwärmeleitungen verlegt. (Archivbild)

Doch damit nicht genug: Der sogenannte Kreuzungsvertrag mit der Hochbahn verzögerte sich. Dieser Vertrag regelt, wie und unter welchen Auflagen die Fernwärmeleitungen im Bereich des U-Bahntunnels verlaufen dürfen.

Am Standort des Herstellers für den Leichtbeton gab es einen Brand, der zu Lieferengpässen führte, sodass Alternativen ausgearbeitet werden mussten. Anfang 2026 konnten außerdem wegen einer längeren Frostperiode über zwei Monate keine Tiefbauarbeiten durchgeführt werden.

Zusätzliche Untersuchungen notwendig

Zudem musste das Baufeld verkleinert werden, um den Verkehrsfluss weiterhin zu gewährleisten. Dann kam noch unerwartet Grundwasser auf und verschiedene Baumwurzeln mussten umrundet werden.

„Diese Gegebenheiten machten ergänzende Untersuchungen wie Vermessungen, Asphalt- und Bodenanalysen, Kampfmitteluntersuchungen sowie weitere Gutachten erforderlich und führten zu einem erhöhten Zeitbedarf“, schreibt die Umweltbehörde auf Anfrage der FDP. 


Im Vorfeld seien diese Arbeiten nicht möglich gewesen, da hierfür mehrere Vollsperrungen der Osterstraße nötig gewesen wären. Zudem lasse sich der Zustand von Schutzbeton und Altbauteilen erst nach der Öffnung größerer Flächen mit Sicherheit feststellen. 

Händler in der Osterstraße leiden unter der Baustelle

Die Händler in der Osterstraße leiden seit dem Start der Baustelle im Sommer 2024 unter den Einschränkungen, die sie mit sich bringt. Das Osterstraßenfest musste in diesem Jahr zum zweiten Mal abgesagt werden.

Auf die Frage der FDP, ob es für sie Entschädigungen gibt, antwortet die Behörde: „Die Hamburger Energiewerke sind in Abstimmung mit der zuständigen Behörde in konkreter Prüfung, ob Möglichkeiten der Unterstützung von Umfeldmaßnahmen bestehen. Härtefallhilfen für einzelne Gewerbetreibende sind nicht geplant.”

Mit der Strategie „Zukunft Tiefbau“ will der Senat es nun bei künftigen Baustellen besser machen: Planung, Genehmigung und Bauablauf sollen besser koordiniert und der Prozess verschlankt werden. 


Ärger unter der Erde: Die Bauarbeiten für die Fernwärmeleitungen an der Osterstraße sollten eigentlich schon Ende letzten Jahres abgeschlossen sein. Jetzt ziehen sie sich wohl noch bis in den Herbst hinein. Eine aktuelle Antwort der Umweltbehörde gibt Einblicke, was während der Bauarbeiten bisher alles zu Problemen führt – und das ist eine ganze Menge. Für die örtlichen Geschäftsinhaber ist das keine gute Nachricht. Auch auf die Frage, ob Hilfen geplant sind, antwortet die Behörde.

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