Gift-Tod von Hamburger Studentin in Istanbul: Eltern kritisieren Behörden
Der tragische Tod einer Hamburger Familie in Istanbul vergangene Woche hat die Aufmerksamkeit auf einen ganz ähnlichen Fall gelenkt: Vor einem Jahr verstarb eine Studentin in Istanbul an einer Vergiftung, ausgelöst durch ein Insektizid. Nun melden sich ihre Eltern zu Wort und fordern die Aufklärung des Falls.
Noch liegt der finale Obduktionsbericht nicht vor, doch ein vorläufiges Gutachten erhärtet den Verdacht: Die Hamburger Familie, die vergangene Woche in Istanbul verstarb, soll durch ein Schädlingsbekämpfungsmittel vergiftet worden sein.
Marlene P. verstarb nach Vergiftung
Der Fall ähnelt dem tragischen Schicksal von Marlene P.: Die Studentin der Lüneburger Leuphana Universität, verbrachte ein Auslandssemester in der türkischen Metropole, als sie dort im November 2024 infolge einer Vergiftung verstarb. Zuvor war sie mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel Aluminiumphosphid in Kontakt gekommen, das unter anderem zur Bekämpfung von Bettwanzen eingesetzt wird und drei Tage vor ihrem Tod in Marlenes Wohnhaus verteilt wurde.
Eltern fordern Aufklärung
Auch Marlenes Eltern erzählen, es habe bereits kurz nach dem Tod ihrer Tochter Hinweise auf den Einsatz der Chemikalie in ihrem Wohnhaus gegeben. Aber: „Denen ist man nicht konsequent hinterhergegangen“, so Vater Göran P. zum NDR. Wie auch im Fall der Hamburger Familie waren die Ermittler stattdessen zunächst von einer Lebensmittelvergiftung ausgegangen.
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Auch ein Jahr nach dem Tod ihrer Tochter würden die Eltern noch auf Konsequenzen für die Verantwortlichen warten. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg und die Behörden in Istanbul ermitteln separat. Ein Ermittlungserfolg würde noch ausstehen. Marlenes Eltern wollen daher auf den Fall ihrer verstorbenen Tochter aufmerksam machen – wegen des Wunsches nach Aufklärung und um weitere Todesfälle wie den der Hamburger Familie zu verhindern. (mp)
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