Hamburg

Gewöhnungsbedürftig! Die Sternbrücke ist da – so geht es für Auto- und Radfahrer weiter

Radfahrer fahren unter einer roten Brücke durch eine Stadtstraße mit geparkten Autos und Häusern.
Blick auf die neue Sternbrücke.

Die neue Sternbrücke ist da: Wir haben Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) gefragt, wie es dort vor Ort jetzt weitergeht.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten in der vergangenen Woche den Transport der neuen Sternbrücke am Schulterblatt. Auf 48 Schwerlastmodulen, auch „Tausendfüßler“ genannt, wurde das gigantische Brückenkonstrukt Stück für Stück in Richtung Zielkreuzung an der Max-Brauer-Allee/Stresemannstraße gefahren und in der Nacht eingehängt. Und was passiert jetzt? Senator Anjes Tjarks (Grüne) spricht nicht nur von einem völlig neuem Verkehrskonzept, sondern auch von Kultur.

„Bei der Eisenbahnstrecke über der Sternbrücke handelt es sich um einen zentralen Punkt im euorpäischen Bahnnetz“, erklärte Tjarks am Tag des Brücken-Einbaus. Hinter ihm: die 108 Meter lange und 25 Meter hohe Sternbrücke, über die künftig 1000 Züge pro Tag rollen sollen, darunter Züge von und nach Skandinavien, Regios und S-Bahnen.

Für die Sternbrücke mussten mehrere Gebäude abgerissen werden

Der Raum an der Kreuzung ist sehr eng, die Brücke wiederum gigantisch. Deshalb riss die Deutsche Bahn in den vergangenen Jahren bereits acht Gebäude rundherum ab, darunter mehrere Clubs und Kulturstätten, wie der „Wagenbau“, das „Fundbureau“ oder die „Beat Boutique“. Einige davon fanden ein neues Zuhause in den Bahngewölben in der Nähe der Deichtorhallen.

Verlassener Waagenbau an der Sternbrücke mit Graffiti und dramatischem Himmel vor dem Abriss.
Mehrere Clubs mussten für die neue Sternbrücke weichen, darunter der Waagenbau.

Die Gegner der neuen Sternbrücke kritisieren vor allem den Verlust des Kultur- und Clubstandorts an der Max-Brauer-Allee – und all das für eine aus ihrer Sicht vollkommen überdimensionierte neue Brücke. „Es ist unser Ziel, wieder Kultur reinzubringen“, kündigte der Verkehrssenator jetzt an. Genauere Planungen dazu gibt es allerdings noch nicht.

So soll der neue Verkehrsraum unter der Sternbrücke aussehen

Konkreter sieht es da wiederum bezüglich des künftigen Straßenraums unter der Brücke aus, der deutlich mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer vorsieht. Damit das möglich ist, hat die neue Sternbrücke untenrum weniger Stützen – für die Tragfähigkeit braucht sie obenrum dafür größere Bögen.

Auf der Stresemannstraße sollen sowohl stadtein- als auch -auswärts zwei Fahrspuren auf die Brücke zuführen, eine davon nur für Busse. Immerhin handelt es sich bei der Stresemannstraße und der Max-Brauer-Allee um wichtige Busachsen, 40.000 Fahrgäste fahren (normalerweise) täglich unter der Brücke entlang. Unter der Brücke sollen diese zwei Spuren dann jeweils zu einer verschmelzen und nach der Brücke einspurig weiterführen. Auch die Bushaltestellen rund um die Brücke sollen ausgebaut werden.

Für Radfahrer sollen stellenweise „Kopenhagener Radwege“, also mit Barrieren abgetrennte Radstreifen, entstehen. „Wenn die Brücke eingesetzt ist, beginnt der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer direkt mit dem Straßenumbau“, kündigte Tjarks an. Bis zum Ende der Vollsperrung Anfang September wird unter anderem die Fahrbahndecke erneuert und erste Änderungen in der Verkehrsführung vorgenommen. Bis Mitte Oktober wird es aufgrund der Umbauarbeiten noch weitere Einschränkungen geben.

Verkehrskonzept soll erst einmal als Provisorium erbaut werden

Das alles soll dann erst einmal als Provisorium erprobt werden, bevor die endgültige Planung beginnt. Das liegt daran, dass etwa die sperrige „Kabelhilfstrasse“ der Deutschen Bahn auch nach Einbau der Sternbrücke weiterhin auf der Max-Brauer-Allee stehen bleibt, da sie für die Bauarbeiten am Fernbahnhof Diebsteich gebraucht wird.

Diese Trasse dient dazu, wichtige Stromkabel während großer Bauarbeiten umlegen zu können. Sichtbar ist sie durch die circa 4,50 Meter großen schwarzen Stahlmasten auf den Gehwegen rund um die Sternbrücke.

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