Gewalt zu Hause: Verletzte in Hamburg sind meist Frauen
Am 25. November ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen: Die Zahl der weiblichen Opfer in Hamburg ist in diesem Jahr gestiegen. Mehrere Aktionen sind in Hamburg geplant.
Die Zahl der Frauen, die von ihrem Partner oder Ex-Partner schwer oder gefährlich verletzt worden sind, hat in Hamburg im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 zugenommen. Anlässlich des internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (25. November) sind bundesweit Aktionen geplant, um auf das Thema hinzuweisen – auch in Hamburg.
Mehr Frauen als Männer betroffen
Laut der polizeilichen Kriminalstatistik gab es bei den Fällen von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung sowie Verstümmelung weiblicher Genitalien im vergangenen Jahr in Hamburg 567 Frauen und 426 Männer als Opfer. 2023 hatte es 917 Opfer gegeben, darunter 537 Frauen.
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Auch bei den Fällen von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und besonders schweren sexuellen Übergriffen einschließlich Todesfolge stiegen die Zahlen deutlich an: 2024 wurden hier 93 Frauen in Hamburg Opfer ihres Partners oder Ex-Partners, im Jahr davor waren 70 Frauen betroffen. Bei den Männern gab es in den beiden Jahren insgesamt drei Opfer in diesem Bereich.
Insgesamt gab es 2024 in Hamburg 4695 Fälle vorsätzlicher Körperverletzung in Partnerschaften. Im Jahr davor waren es mit 4930 etwas mehr Fälle gewesen.
In rund 70 Prozent waren in beiden Jahren Frauen die Opfer: 2024 wurden 3271 Frauen als Opfer häuslicher Gewalt registriert, 2023 waren es 3429. Im laufenden Jahr wurden von Januar bis September insgesamt 3800 Frauen und Männer in dieser Kategorie als Opfer erfasst.
Beziehung zwischen Opfer und Täter entscheidet
In der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) werden die Taten nicht bei Eingang einer Strafanzeige erfasst, sondern erst mit Abschluss aller polizeilichen Ermittlungen. Die Tatzeit bleibt bei der PKS-Erfassung unberücksichtigt: „Somit sind in der PKS eines Kalenderjahres regelmäßig Straftaten enthalten, die ein oder mehrere Jahre zuvor begangen wurden, während Straftaten mit Tatzeit aus dem aktuellen Kalenderjahr aufgrund der laufenden Ermittlungen noch nicht erfasst wurden“, teilte der Sprecher mit.
Aktionen geplant
Der Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen – auch „Orange Day“ genannt – am 25. November ist ein Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen.
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Am Dienstag (14.30 Uhr) wollen in Hamburg die Präsidentin der Bürgerschaft, Carola Veit, und Sozial-Staatsrätin Funda Gür (SPD) eine Flagge mit der Aufschrift „Hamburg sagt Nein zu Gewalt gegen Frauen“ am Balkon des Rathauses hissen. Im Anschluss findet im Rathaus ein Senatsempfang mit Vertretern der Hamburger Opferhilfe statt.
Als Zeichen gegen Gewalt gegen Frauen und Mädchen wollen Innensenator Andy Grote (SPD), Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne), Polizeipräsident Falk Schnabel und der Leiter des Bezirksamts Hamburg-Mitte Ralf Neubauer am Dienstag (14 Uhr) im Bezirksamt Hamburg-Mitte eine weitere „Orange Bank“ an die Bürgerinnen und Bürger übergeben.
Seit 1991 macht die UN-Kampagne „Orange the World“ laut Innenbehörde auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam. Um dieses Phänomen in den Fokus zu rücken, setzt die Kampagne unter anderem durch das Aufstellen oranger Bänke ein Zeichen. (dpa/mp)
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