Paukenschlag: Hamburger Krankenhaus schließt komplett
Fast ein Jahr ist vergangen, seit das Krankenhaus Groß-Sand seine Notaufnahme schließen musste. Nun folgt der nächste Paukenschlag für die Wilhelmsburger: Das Krankenhaus wird komplett geschlossen – und das bereits Ende Juni.
Der Träger des Krankenhauses hat bestätigt, dass Groß-Sand am 30. Juni seine Türen schließen wird. Die Mitarbeiter werden entlassen. Bereits im vergangenen Sommer wurden die Notaufnahme und die Chirurgie aufgelöst. Daraufhin gingen Wilhelmsburger und Krankenhausmitarbeiter auf die Straße und demonstrierten für den Erhalt ihrer Gesundheitsversorgung.
Vergeblich. Das Krankenhaus schließt nun endgültig. „Die Rahmenbedingungen im Zuge der Gesundheitsreform lassen eine tragfähige Fortführung des Krankenhausbetriebs nicht zu“, teilt das Erzbistum in einer Mitteilung mit. Von der Schließung sind 350 Mitarbeiter sowie rund 60.000 Wilhelmsburger betroffen.
Schließung Groß-Sand – das sagt das Erzbistum
Alexander Becker, Verwaltungsdirektor des Erzbistums Hamburg, sagt: „Wir wissen, dass diese Entscheidung für viele Mitarbeitende mit großer Enttäuschung verbunden ist. Die Entscheidung steht ausdrücklich nicht im Zusammenhang mit der medizinischen und pflegerischen Qualität der Arbeit in Groß-Sand. Unser besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden für ihre engagierte Arbeit am Standort Groß-Sand.“
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Kritik am Erzbistum und der Handhabung des Groß-Sand gibt es schon lange. Hartmut Sauer, Mitglied im Verein „Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg“, sagte zur MOPO im Juni 2025: „Das Erzbistum hat Verhandlungen mit gemeinnützigen Krankenhausträgern aus Hamburg gegen die Wand gefahren. Seit 15 Jahren sind keine vernünftigen Investitionen in das Krankenhaus gemacht worden. Das Haus wurde über zwei Jahrzehnte runtergewirtschaftet.“
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