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Trübe Sicht oder Tunnelblick?: Grauer oder grüner Star?

truebe sicht

Eine OP ist Unumgänglich.

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Grauer oder grüner Star – Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Damit die Sicht auf die schönen Dinge des Lebens nicht getrübt wird.

Nachlassende Sehschärfe beim grauen Star
Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, ja! Aber unser Stoffwechsel wird langsamer und verursacht eine Veränderung der Linseneiweiße. Beides zusammen kann die Lichtdurchlässigkeit vermindern und zu einer Streuung statt Bündelung der einfallenden Lichtstrahlen führen. Wir können zunächst nachts schlechter sehen, sind schneller geblendet und haben einen größeren Lichtbedarf beim Lesen – später kann es zu verringertem Kontrastsehen, gestörtem Farbensehen und Doppelsehen von Konturen kommen. Mit der Zeit wird der Grauschleier immer dichter: Die Augenlinsen verhärten und trüben sich.

Eine OP ist unumgänglich
Wer seine Linsentrübung behandeln lassen will, kommt an einer Operation nicht vorbei – hier ist die Implantation einer künstlichen Linse die einzige erfolgreiche Behandlungsmöglichkeit. Der graue Star kann nicht mit Medikamenten geheilt werden, ist aber kein akuter Notfall: Meist entscheiden Patienten zusammen mit ihrem Augenarzt, ob und wann operiert werden soll. Im Frühstadium lässt sich häufig mit veränderter Brillenstärke eine vorübergehende Verbesserung erzielen.
Die Operation erfolgt schonend durch örtliche Betäubung mit speziellen Augentropfen, eine Betäubungsspritze ist in der Regel nicht nötig. Der Eingriff an einem Auge dauert etwa 15 Minuten und erfolgt meist eine Woche später auch an dem zweiten. Standardmäßig werden sogenannte Monofokallinsen eingesetzt – sie stellen die Sicht auf nur einen Entfernungsbereich ein, sodass eine Brille für Ferne oder Nähe notwendig bleibt. Multifokallinsen hingegen sorgen für besseres Sehen im Nah- und Fernbereich und können auch Hornhautverkrümmungen korrigieren. Sie machen eine Brille oft überflüssig.

tunnelblick

Ein Teil des Sichtfeldes ist wie ausradiert.

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Was für eine Krankheit ist der grüne Star?
Bei einem Glaukom, auch grüner Star genannt, sind die Nervenfasern und Nervenzellen des Sehnervs sowie der Netzhaut geschädigt. Dem Betroffenen kommt es vor, als sei ein Teil des Blickfeldes ausradiert. Das Fatale: Er merkt solche Ausfälle anfangs kaum, denn sie treten schleichend und zunächst am äußeren Gesichtsfeld auf – das Gehirn füllt die Lücken des Bildes auf. Mit der Zeit werden die Ausfälle aber immer größer.

Welche Ursache steckt dahinter?
Der Hauptgrund ist ein erhöhter Augeninnendruck. Um Form und Sehfunktion des Auges zu erhalten, braucht es einen bestimmten Innendruck. Erzeugt wird dieser durch ein Gleichgewicht zwischen produziertem und abfließendem Kammerwasser. Dieses System wird im Laufe des Lebens weniger durchlässig und der Sehnerv empfindlicher. Die Produktion des Kammerwassers bleibt gleich, der Abfluss jedoch wird behindert. Der Augeninnendruck steigt an. Das Risiko eines Glaukoms nimmt daher mit dem Alter zu. Wachsam sollte man sein, wenn nahe Verwandte unter einem Glaukom leiden. Auch stark Kurzsichtige ab minus fünf Dioptrien sind gefährdet, ebenso Diabetiker. Idealerweise ab dem 40. Lebensjahr alle vier Jahre die Glaukomfrüherkennung beim Augenarzt wahrnehmen! Wer familiär vorbelastet ist, sollte den Check ab dem 30. Lebensjahr einmal im Jahr machen lassen.

Wie lässt sich ein Glaukom behandeln?
Wird ein grüner Star nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, können die Schäden am Sehnerv fortschreiten und bis zur Erblindung führen. Sind bereits Schäden entstanden, können sie nicht geheilt werden – aber die Chancen sind gut, der Erkrankung Einhalt zu gebieten. Die Therapie: Behandelt wird das Glaukom mit Augentropfen, mit denen der Augeninnendruck gesenkt wird. Falls Sie allergische Reaktionen auf enthaltene Wirkstoffe zeigen, sollten Sie mit dem Augenarzt Alternativen ausprobieren.

Auf das richtige Tropfen kommt es an
Nach dem Tropfen eine halbe Minute nicht blinzeln, sondern die Augen am besten schließen! Außerdem den Tränennasengang an der Nasenwurzel direkt am Auge zuhalten – so wirken die Tropfen besser.