Symbolfoto Zwangsprostitution: Eine leicht bekleidete Frau nimmt Geldscheine entgegen.

Prozess um Zwangsprostitution: Jahrelang soll der Mann zwei Frauen ausgebeutet haben. (Symbolfoto) Foto: Imago

Zwangsprostitution: Mann soll zwei Frauen jahrelang ausgebeutet haben – Anklage!

Über Jahre soll ein Mann zwei Frauen zur Prostitution gezwungen und brutal kontrolliert haben. Eine der Frauen soll eine geistige Behinderung haben. Jetzt steht der 52-Jährige vor dem Hamburger Landgericht.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft ihm besonders schwere Zwangsprostitution, ausbeuterische und dirigistische Zuhälterei sowie gefährliche Körperverletzung vor. Laut Anklage kontrollierte er über Jahre das gesamte Leben der Frauen – von den Arbeitszeiten, über die Art der sexuellen Dienstleistungen bis hin zu den Einnahmen.

Eine der Frauen soll er bereits im März 2015 angewiesen haben, in ein Bordell in Bad Oldesloe zu ziehen. Dort bestimmte er laut Anklage, wann und wie sie arbeiten musste. Rund 1000 Euro pro Woche nahm er ihr komplett ab. Danach soll sie mehr als fünf Jahre lang in verschiedenen Wohnungen in Hamburg als Prostituierte gearbeitet haben – immer nach seinen Vorgaben. Aufhören konnte sie laut Anklage nicht: Der Mann soll sie immer wieder bedroht und misshandelt haben.


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Auch eine zweite Frau geriet in seine Fänge. Über mehrere Jahre soll er ihre Arbeit überwacht und ihr Geld kassiert haben. Besonders perfide: Laut Staatsanwaltschaft nutzte er dabei gezielt aus, dass die Frau psychisch krank und teilweise geistig eingeschränkt ist.

Prozess um Zwangsprostitution startet am Montag

Als beide Frauen – eine 2020, die andere 2021 – aussteigen wollten, soll der Angeklagte sie massiv unter Druck gesetzt haben. Mit Drohungen habe er versucht, sie zur Rückkehr in die Prostitution zu zwingen. Erfolglos.

Zu den Vorwürfen gehört auch Gewalt: In Schnelsen soll er eine der Frauen geschlagen, getreten und während einer Autofahrt immer wieder gegen den Türrahmen gestoßen haben. Die Folge: starke Schmerzen und Blutergüsse.

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Bei einer anderen Gelegenheit soll er in einer Wohnung an der Wandsbeker Chaussee aus Wut einen Bürostuhl nach der anderen Frau geworfen haben – offenbar nur, weil T-Shirts nicht gebügelt waren. Laut Staatsanwaltschaft konnte sie den Wurf abwehren, erlitt aber Schmerzen und hatte Todesangst.

Ab Montag wird dem 52-Jährigen vor dem Hamburger Landgericht der Prozess gemacht.

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