Wird Eugen Block nun doch angeklagt?
Er meldet sich in dem spektakulären Prozess um die Entführung seiner Enkelkinder immer wieder öffentlich zu Wort, stellt Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die Vorsitzende, belehrt die Kammer über die Glaubwürdigkeit des Kronzeugen – dabei spielt Eugen Block (84) bislang offiziell gar keine Rolle in dem Verfahren gegen seine Tochter. Noch. Denn nach der Aussage des Entführerchefs ist das Bild des ahnungslosen „Patriarchen“ nicht mehr zu halten – mit möglicherweise einschneidenden Folgen für den streitbaren Großvater und Steakhouse-Chef.
Warum wurde Eugen Block nicht gleich zusammen mit seiner Tochter angeklagt?
Die Staatsanwaltschaft hat ursprünglich im Verfahren um die gewaltsame Entführung der Block-Kinder aus Dänemark auch gegen den Großvater ermittelt, die Ermittlungen jedoch im April 2025 eingestellt. Grund: Eugen Block habe die Entführung seiner Enkelkinder zwar „wohlwollend“ betrachtet, es sei ihm aber nicht sicher nachzuweisen, dass er die Entführer mit beauftragt oder bezahlt habe. Dabei hatte ihn seine entführte Enkeltochter sogar belastet: Die Mutter habe ihr nach der Tat gesagt, dass der Opa hinter der Entführung stecke. Das wertete die Staatsanwaltschaft aber als Lüge, mit der Christina Block von sich selbst ablenken wollte.
Was ändert sich durch die Aussage des Kronzeugen?
David Barkay, Chef der Firma Cyber Cupula und Planer der Entführung, hat Eugen Block als einen Antreiber im Zusammenhang mit dem Kidnapping gezeichnet: Er habe den „Patriarchen“ zweimal getroffen, Block habe ihn, den Israeli, als „Bibelmann“ bezeichnet, der ihm die Enkel zurückbringen werde. Über den nun mitangeklagten Familienanwalt habe Eugen Block immer wieder seine Unzufriedenheit darüber ausrichten lassen, dass die Kinder weiterhin nicht bei der Mutter seien, schilderte der Israeli.
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Nach dem Hamas-Massaker im Oktober 2023 hätten die Israelis nicht zurück in ihre Heimat kehren dürfen, weil der „Patriarch“ darauf bestand, dass die Kinder spätestens Weihnachten wieder in Deutschland seien, weil er bereits Geschenke besorgt habe. Der nun angeklagte Familienanwalt gilt als Eugen Blocks engster Vertrauter, ihm, und nicht den drei Kindern, wollte der „Patriarch“ sein Lebenswerk nach seinem Tod in die Hände geben. Dieser Familienanwalt wird von dem Kronzeugen als zentrale Figur bei der Planung des Verbrechens geschildert. Er sei derjenige gewesen, der den Entführern 200.000 Euro in bar übergeben habe – kaum vorstellbar, dass Firmengelder in dieser Höhe ohne Wissen des dominanten Chefs freigegeben werden.
Wird die Staatsanwaltschaft Eugen Block anklagen?
Dazu schweigen die Ermittler, aber: Gegen die Einstellung der Ermittlungen hat der Anwalt Philip von der Meden Beschwerde eingelegt, und diese hat durch die Barkay-Aussage sehr viel mehr Aussicht auf Erfolg. Von der Meden, der den Kindsvater Stephan Hensel vertritt, zur MOPO: „Nach der bisherigen Aussage von David Barkay spricht viel dafür, dass Eugen Block eine treibende Kraft war. Ich gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft Eugen Block anklagen wird.“