Wenn „Nazi-Oma“ Christel im Döner-Imbiss durchdreht
Es war ein sonniger Nachmittag im August vergangenen Jahres. Die Kunden des Döner-Imbisses an der Osterstraße genossen Dürüm, Falafel und Kumpir – bis sich die Seniorin Christel S. dazu setzte. Die 83-Jährige soll plötzlich Nazi-Parolen gerufen und am Ende sogar noch die zu Hilfe gerufene Polizei beleidigt haben. Nun hatte sie deshalb einen Termin im Gericht – und muss kräftig zahlen.
Gleich mehrfach soll die Seniorin „Heil Hitler“ gerufen haben. Auch den Arm soll die 83-Jährige ausgestreckt haben. Die anwesenden Gäste des Dönerladens in Eimsbüttel reagierten geschockt und riefen die Polizei. Doch das beeindruckte sie nicht. Ganz im Gegenteil: Die Frau soll die am Tatort eingetroffenen Beamten massiv beschimpft und unter anderem „Die Juden wurden verdient vergast“ gesagt haben.
Anklage: Volksverhetzung und Beleidigung
Am Montag sollte Christel S. der Prozess vor dem Amtsgericht Hamburg gemacht werden. Der Vorwurf: Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung. Doch die Angeklagte, die laut Gerichtsrolle keinen Verteidiger an ihrer Seite hat, erschien nicht. „Tja, sollen wir jetzt die Polizei losschicken?“, fragt die Richterin in Richtung Staatsanwalt. Doch die Beamten wurden nicht losgeschickt, um Christel S. ins Gericht zu bringen – man einigt sich auf einen Strafbefehl. „Da muss es aber auch jetzt mal krachen“, fügt die Richterin hinzu.
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90 Raten à 40 Euro soll Christel S. für ihren Auftritt zahlen. Es sei bereits der dritte Strafbefehl für die 83-Jährige. Im Jahr 2023 ging die Seniorin nach MOPO-Informationen auf einen Drogeriemitarbeiter los. „Du Scheiß-Ausländer. Du wirst immer ein Ausländer bleiben und nie ein Deutscher werden“, soll sie zu dem Kassierer gesagt haben. Und auch Polizeibeamte wurden bereits zuvor Opfer der Frau: „Ihr seid alle Scheiß-Bullen–Schweine“, soll sie zu den Beamten gesagt haben.