Polizist lässt sich Dienstwaffe klauen: Dieb ist da, doch wo ist die Beute?
Im August wurde an einer Tankstelle in Rotherbaum ein Rucksack aus einem zivilen Polizeiauto gestohlen – darin befand sich auch die geladene Dienstwaffe eines Beamten. Jetzt wird dem mutmaßlichen Dieb der Prozess gemacht.
Die Hamburger Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen Diebstahl im besonders schweren Fall, Sachbeschädigung und Verstoß gegen das Waffengesetz vor.
Bahnhof Dammtor: Rucksack aus zivilem Polizeiauto gestohlen
Am 11. August fuhr ein Zivilfahnder der Hamburger Polizei um kurz nach 20 Uhr mit seinem Wagen auf das Gelände der Shell-Tankstelle am Theodor-Heuss-Platz am Dammtor-Bahnhof, um zu tanken. Als er kurz darauf zum Bezahlen ging, nutzte ein Unbekannter die Gelegenheit, seinen Rucksack aus dem Fußraum des Dienstwagens zu klauen. Darin befanden sich neben persönlichen Gegenständen auch ein Funkgerät und die geladene Dienstwaffe des Beamten.
Nachdem er den Verlust bemerkt hatte, löste der Mann sofort einen Großalarm aus. Mehrere Streifenwagen rückten an und fahndeten nach dem Täter. Auch Planten un Blomen wurde großflächig durchsucht. Zwar blieb die Waffe zunächst verschwunden, und eine Fahndung nach dem Täter blieb erfolglos, jedoch führten die Ermittlungen des Landeskriminalamtes die Beamten schnell auf die Spur des 35-Jährigen.
Waffe aus Polizeiauto geklaut: Prozess vor dem Hamburger Amtsgericht
Er wurde am nächsten Abend in einem Hochhauskomplex in Farmsen-Berne von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Schon am Nachmittag hatte die Polizei bei einer erneuten Durchsuchung der Parkanlage den Rucksack gefunden. Die Dienstwaffe blieb jedoch verschwunden. Laut Anklage hatte er die Waffe an einen gesondert verfolgten Mann in Hammerbrook für 100 Euro, 12 Gramm Kokain und später zu zahlende 200 Euro verkauft.

Zuvor war der Angeklagte schon durch Straftaten aufgefallen. Laut Staatsanwaltschaft hatte er zwischen April und Juli 2025 in Hamburg die Fensterscheiben von geparkten Autos eingeschlagen und Wertsachen im Wert von insgesamt rund 1800 Euro gestohlen. Außerdem war er schon im Januar 2024 zu einer Haftstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden – wegen gemeinschaftlichen Raubs und Diebstahls.
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Am Donnerstag muss er sich vor dem Hamburger Amtsgericht verantworten.
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