Besitzer im Urlaub, Mutter überfordert: Kampfhund beißt Zweijährige fast tot
Vor einer Woche begann der Prozess gegen Mehmet A. (32): Als er im Urlaub war, biss sein Kampfhund „Rocky“ seiner zweijährigen Nichte in den Kopf und verletzte sie lebensgefährlich. Am Dienstag fiel bereits das Urteil: sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung.
Mehmet A. schilderte beim Prozessauftakt am vergangenen Dienstag, wie er die Beißattacke auf seine Nichte vor vier Jahren erlebte. Er weinte, entschuldigte sich und sagte, er „bedauere aus tiefstem Herzen, was geschehen ist“. Die Verantwortung liege allein bei ihm.
Der Hund war bei seiner Mutter – und griff die Nichte an
Im Juni 2022 flog er in den Urlaub und brachte zuvor seinen American-Staffordshire-Terrier-Mischling zu seiner Mutter nach Rahlstedt. „Rocky“, ein Listenhund, der bereits 2019 eine Siebenjährige angegriffen hatte, traf dort auf eine im Umgang unerfahrene Frau – und auf eine Zweijährige, die zu Besuch bei ihrer Oma war.

Eine fatale Konstellation, wie sich zeigte: Mehmet A.s Hund verbiss sich im Kopf seiner Nichte. Das Tier ließ erst von dem Mädchen ab, als ein Polizist mit aller Kraft auf den Vierbeiner eintrat. Die Zweijährige musste sofort notoperiert werden, „Rocky“ wurde kurz darauf eingeschläfert.
Mehmet A. leidet selbst bis heute unter dem Angriff
Mehmet A. hätte die Situation von vornherein anders einschätzen müssen, teilte das Gericht nach der Urteilsverkündung mit. Strafmildernd sei neben dem Geständnis auch gewesen, dass der 32-Jährige selbst erhebliche Folgen trage. Das Familienleben sei bis heute beeinträchtigt.
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Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Gegen die Mutter des Angeklagten und die Mutter des Mädchens laufen ebenfalls Verfahren, über die im Juni verhandelt werden sollen. Beide legten Einspruch gegen die erlassenen Strafbefehle ein.
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