Sie mussten zweimal fahren: Koks-Dealer fliegen mit Riesenmenge im Hafen auf

Landgericht Hamburg
Steven P. (l.) und Tomas H. sollen versucht haben 946 Kilogramm Kokain aus dem Hamburger Hafen zu schmuggeln.

Es war fast geschafft. Mehrere hundert Kilo Kokain sollen bereits vom Hafengelände verschwunden gewesen sein. Doch als Steven P. (37) und Tomas H. (22) ein zweites Mal zurückkehrten, um den Rest der Drogen zu holen, wurden ein paar Hafenarbeiter misstrauisch. Jetzt begann der Prozess.

Viele Angehörige der Angeklagten haben sich vor dem Gerichtssaal versammelt – einige weinen sogar. Vor dem Landgericht Hamburg wird jetzt deutlich, welches Ausmaß der Schmuggel im September 2025 gehabt haben soll: Laut Anklage ging es um 946 Kilogramm Kokain.

Ein Versteck an Bord der „Grande Argentina“

Es ist der 13. September 2025: Fast eine Tonne Kokain soll mit dem Schiff „Grande Argentina“ über den Seeweg nach Hamburg gelangt sein. Auf Deck sechs befand sich nach Darstellung der Staatsanwaltschaft ein Hohlraum, in dem die Drogen versteckt waren.

Die beiden Angeklagten Steven P. und Tomas H. sollen mit hafentypischer Arbeitskleidung und einem gemieteten Ford Transit („Finn“) auf das Containerterminal O’Swaldkai gefahren und mithilfe einer Rampe auf Deck sechs gekommen sein. Dort sollen Mitglieder der Schiffsbesatzung zunächst in etwa die Hälfte der Drogen in Reisetaschen verstaut und anschließend in das Auto der Angeklagten geladen haben.

Wie genau die beiden auf das Gelände gelangten, ist noch nicht klar. Nach bisherigen Erkenntnissen verfügten sie über eine gültige Einlasskarte.

Hamburger Hafen: Erste Kokain-Tour war erfolgreich

Um 11.12 Uhr sollen sie das Terminal mit der ersten Fuhre verlassen haben – beladen mit einem Auto voll Kokainblöcken. Die Drogen sollen dann in die Möllner Landstraße gebracht worden sein, wo sie von unbekannten Tatbeteiligten entgegengenommen wurden. Anschließend kehrten sie zurück, um den Rest der Schmuggelware aus dem Hafen zu holen.

Doch beim zweiten Anlauf wurden Hafenarbeiter auf die unbekannten Eindringlinge aufmerksam – und informierten zufällig anwesende Zollbeamte. Als der Ford Transit das Gelände erneut verlassen wollte, wurde er gestoppt. Im Laderaum: 472 Kokainblöcke mit einem Gewicht von über 400 Kilogramm.

Versuchte Flucht

Tomas H. wurde noch vor Ort festgenommen. Steven P., der den Wagen gesteuert haben soll, flüchtete zunächst über das Gelände und versteckte sich unter einem Fahrzeug, wurde später jedoch ebenfalls gefasst.

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Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge sowie Beihilfe zur Einfuhr und zum Besitz vor. Der Prozess hat begonnen. Weitere Verhandlungstage sind bereits angesetzt.